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Betrüger versuchen mit Kryptowährungen wie ethereum, Litecoin und Bitcoin immer wieder Bürger um ihr Geld zu bringen.

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Betrüger versuchen mit Kryptowährungen Kasse zu machen

Mit einer neuen Betrugsmasche ziehen gutorganisierte Banden Bürgern das Geld aus der Tasche. Auch ein Rentnerehepaar in Bayern ging den Betrügern jetzt in die Falle. Die Zentralstelle Cybercrime in Bamberg ermittelt auch in diesem Fall.

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Von
  • Carlo Schindhelm

Das Rentnerehepaar hält zusammen, auch jetzt noch, nach all dem was passiert ist. Aus Scham wollen die beiden älteren Herrschaften aus Regensburg lieber anonym bleiben. Der Mann stieß im Internet auf eine Bitcoin-Werbung, legte auf einer Handelsplattform ein Konto an. Er gab persönliche Daten preis und investierte 250 Euro. Innerhalb kürzester Zeit stieg seine Investition auf 7.000 Euro.

Betrüger geben sich als bekannte Wertpapierhändler aus

Nach einer Woche bekam er einen Anruf von einem Mann, der sich als ein bekannter Wertpapierhändler ausgab. Er ermunterte dazu, noch deutlich mehr zu investieren und baute über Telefon geschickt eine persönliche Beziehung zu seinem Opfer auf. Da er das Geld nicht hatte, lieh sich der Senior Geld bei der Bank und investierte es auf der Internetplattform "Roimax".

Zentralstelle Cybercrime in Bamberg ermittelt

Die Zentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft in Bamberg ermittelt inzwischen gegen das Internet-Portal. Aber auch zahlreiche andere Plattformen sind längst im Visier der Ermittler. Sie haben Namen wie FXCMarkets, FXOptexGroup, Swissinv24, CFXPoint, IForex24, CodexFX, HBCMarket, CapitalGFX, Investment Department, Tradingmarkets24 oder Brokerkasters.

Das Vorgehen der Betrügerbanden ist immer ähnlich. Die Geschädigten eröffnen ein Konto, investieren Geld und können dann auf der Plattform angeblich ihre Kursgewinne verfolgen.

"Das ist alles erstunken und erlogen, da ist überhaupt nichts real. Das Geld ist im Grunde in dem Moment weg, in dem es von den Geschädigten bei den Tätern einbezahlt worden ist." Oberstaatsanwalt Thomas Goger

Mehrstöckige Callcenter im Ausland

Erst Ende März dieses Jahres haben Ermittler der Zentralstelle für Cybercrime zusammen mit der Polizei teils mehrstöckige Callcenter unter anderem im Kosovo durchsucht. Dabei gab es auch Festnahmen. Die Callcenter befinden oft in Ost- und Südeuropa. Das Geld werde anschließend auf dem ganzen Globus in Scheinfirmen gewaschen, so Goger.

Warnsignal: Kein Impressum, kein Kontakt

Auch Markus Latta vom Verbraucherservice Bayern verzeichnet eine steigende Zahl von Fällen. Anzeichen für Betrüger-Portale sind ihm zufolge, wenn ein Impressum fehlt und es auch keine Angaben für eine Kontaktaufnahme gibt. Misstrauisch sollten Verbraucher auch werden, wenn sie unaufgefordert einen Anruf von vermeintlichen Wertpapierhändlern bekommen. Denn das ist gar nicht erlaubt.

Ehepaar verliert 200.000 Euro

Für die Opfer ist es ein Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffen und Misstrauen. Einmal hat das Rentnerehepaar eine vermeintliche Gewinnausschüttung von 12.000 Euro bekommen, doch am Ende haben sie 200.000 Euro verloren. Immer mal wieder wurde die Ehefrau misstrauisch. Der vermeintliche Wertpapierhändler drohte dann sogar, sie bei der Polizei anzuzeigen, weil sie ihm nicht glaubte.

Es bleibt eine "ungeheure Wut" bei den Opfern. Nun muss das Ehepaar im Ruhestand mühsam einen Kredit über 150.000 Euro abbezahlen. Und noch immer klingelt bei ihnen das Telefon und Betrüger versuchen sie zu überreden, wieder in Kryptowährungen zu investieren.

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Kryptowährungen haben zuletzt einen regelrechten Hype erlebt. Immer mehr private Kleinanleger investieren in dieses virtuelle Geld. Das ruft jedoch auch Kriminelle auf den Plan. Die Zentralstelle für Cybercrime in Bamberg warnt vor Betrügern.

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