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Betriebsräte am Untermain gehen gemeinsam Herausforderungen an | BR24

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Die Betriebsräte der Unternehmen am Untermain wollen gemeinsam die Fragen der Zukunft angehen. Der Standort Untermain soll gestärkt werden. Geschlossen wollen die Arbeitnehmervertreter für Beschäftigung und Innovation in den Betrieben sorgen.

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Betriebsräte am Untermain gehen gemeinsam Herausforderungen an

Die Betriebsräte der Unternehmen am Untermain wollen gemeinsam die Fragen der Zukunft angehen. Der Standort Untermain soll gestärkt werden. Geschlossen wollen die Arbeitnehmervertreter für Beschäftigung und Innovation in den Betrieben sorgen.

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"Wir haben heute die Betriebsräte aus der Region an einen Tisch gebeten, um über die Beschäftigungssituation am Untermain zu sprechen. In den letzten Monaten haben wir viele Gespräche in Sachen Umstrukturierung oder Stellenabbau führen müssen", so Percy Scheidler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Aschaffenburg, im BR-Gespräch. Konkret gebe es aktuell Verhandlungen bei der SAF Holland Gruppe, bei KUKA in Obernburg, bei Bosch Rexroth in Lohr und Joyson Safety Systems, ehemals Takata. Knapp 33.500 Arbeitsplätze erreicht die IG Metall mit ihren Tarifverträgen am Untermain in der Metall- und Elektroindustrie. Die Beschäftigungszahl müsse stabil bleiben. Gemeinsam wolle man erreichen, dass der Wirtschaftsstandort Bayerischer Untermain zukunftsfähig bleibt.

Arbeitnehmervertreter wollen gemeinsam an einem Strang ziehen

"Es geht überall um das Thema Personalanpassungen oder um das Ringen um Lösungen, dass wir weiterhin gute Beschäftigung am Bayerischen Untermain halten können", sagte Scheidler. Das könne man nur gemeinsam erreichen, weshalb die IG Metall die Betriebsräte der großen Player am Untermain zum Gespräch geladen hatte. Dass sich die Betriebsräte in der Region vernetzen, hält Thomas Höfler von Betriebsrat des Achsenbauers SAF-Holland für wichtig.

Beschäftigte sollen mitgestalten können

Von den Unternehmen, die zum großen Teil inzwischen in chinesischer, US-amerikanischer, britischer oder schweizer Hand seien, fordert Scheidler, dass man sich auf digitale Prozesse einlässt. "Wir haben hier viele Unternehmen, die im Besitz ausländischer Eigentümer sind. Daher sind die Veränderungen und Anforderungen hoch und wir wollen mitgestalten – nicht verhindern, sondern mitgestalten, um Zukunft hier zu haben." In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Anteilseignung in der Region stark verändert.

Sorge um Arbeitsplätze treibt die Gewerkschafter um

Norbert Elbert, Betriebsratsvorsitzender von Joyson Safety Systems, ehemals Takata Petri in Aschaffenburg, hat bereits mehrere Wechsel miterlebt. Sein Unternehmen blickt auf eine 120-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Die Stimmung beim Automobilzulieferer beschreibt er als schlecht: "Alle vier bis fünf Jahre reduziert sich die Belegschaft und wir kriegen die Ungewissheit der Arbeitnehmer nie aus dem Betrieb raus und das lähmt einen Betrieb, das macht nichts Gutes.“ 100 Arbeitsplätze stehen ihm zufolge auf der Kippe durch die Schließung des Werks II in Nilkheim.

Produktionsverlagerungen im Gespräch

Thomas Höfler von Betriebsrat des Achsenbauers SAF-Holland möchte einen Arbeitsplatzabbau verhindern, wie er aktuell zur Debatte steht. Am Dienstag seien Gespräche mit der Geschäftsleitung geplant. "Wir haben gute Lohnzuwächse von der IG Metall und deshalb sagt die Geschäftsführung, dass wir nicht mehr wettbewerbsfähig seien. Produktionsverlagerungen in die Türkei stehen zur Debatte", so Höfler. 1.300 Arbeitsplätze gibt es bei SAF in Bessenbach. Um sie zu sichern will der Betriebsrat der Geschäftsführung entgegenkommen. Höfler: "Mehrarbeit oder Verlagerung von Arbeitsplätzen in die Türkei – vor diese Wahl sind wir gestellt. Wir wollen in Sachen Arbeitszeit der Geschäftsführung entgegenkommen, um die Jobs hier zu sichern."

Hoffen auf Fördermittel

Dominik Weis ist Betriebsratsvorsitzender des Robotor-Bauers KUKA in Obernburg. Dort wurde vor kurzem bekannt, dass 165 der 480 Stellen gestrichen werden sollen. Vieles Jobs hängen Weis zufolge auch in der Region davon ab, wie sich Deutschland künftig ausrichten will, auch in Sachen Elektromobilität oder Wasserstofftechnik. "Wo die Reise hingeht entscheidet der Markt und die Politik – wenn Geld für Förderprojekte beschlossen wird, geht es schlagartig bergauf, so war es bei Solar auch!"