BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© dpa-Bildfunk
Bildrechte: dpa-Bildfunk

Ein Mann hält einen Corona-Schnelltest in der Hand.

36
Per Mail sharen

    Betriebe müssen ab heute Mitarbeitern Corona-Tests anbieten

    Unternehmen müssen ab heute ihren Beschäftigten Corona-Tests anbieten, wenn sie nicht im Homeoffice arbeiten. Viele Betriebe klagen über Kosten und Aufwand der Testpflicht.

    36
    Per Mail sharen
    Von
    • Thomas Pösl

    Regelmäßige Selbst- oder Schnelltests – ab heute sind sie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gratis. Betriebe müssen auf eigene Kosten mindestens einmal pro Woche diese Tests anbieten.

    Während Teile der Öffentlichkeit das schon längere Zeit fordern, kritisieren Teile der Wirtschaft diese Verpflichtung. Es gehe nicht darum, sich gegen das Testen auszusprechen, so Thomas Schörg von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben. "Viele Unternehmen würden aber bedauern, dass ihr großes Engagement durch die Pflicht, nun Corona-Tests anbieten zu müssen, wenig wertgeschätzt werde", so Schörg.

    Betriebe klagen über staatliche Vorgaben

    In den vergangenen Wochen hat sich laut Schörg gezeigt, dass die Zahl der Unternehmen, die selbst Tests anbieten oder unmittelbar davor stehen, stark angestiegen ist. Durch die Angebotspflicht könnten die Unternehmen fürs Testen nicht mehr selbst Regeln setzen und Abläufe anpassen, sondern müssten einer staatlichen Vorgabe entsprechen. Das führe zu Bürokratie. Und die, sagt der Mann von der IHK, bräuchten Unternehmen derzeit überhaupt nicht.

    Unternehmen kritisieren die Kosten

    Beispiel: die Großbäckerei Ihle aus Friedberg mit 3.000 Mitarbeitenden. Das Unternehmen rechnet eigenen Angaben zufolge mit Kosten in Höhe von etwa 20.000 Euro pro Woche. Als große Herausforderung bezeichnet eine Ihle-Sprecherin den Aufwand für die Beschaffung der Tests und deren Verteilung. Wie das Back-Unternehmen rechnet auch die Firma Peri im Landkreis Neu-Ulm mit ähnlich hohen Kosten. Auch Peri hat etwa 3.000 Beschäftigte. Tests kauft das Gerüsttechnik-Unternehmen zur Sicherheit auf Vorrat. Der Betrieb fürchtet, dass die hohe Nachfrage bei den Corona-Tests bald zu Lieferengpässen führen könnte.

    Test-Pflicht an Schulen bereits seit einer Woche

    Während die Diskussion um die Testangebots-Pflicht in Unternehmen noch läuft, wurden Bayerns Schüler in der vergangenen Woche bereits mehrfach getestet. Im Vorfeld war der Aufschrei zwar auch hier groß gewesen. Doch es gilt: ohne negativen Test kein Zutritt zum Unterricht. Mit der Anwendung der Schnell-Tests selbst kamen vielerorts sogar die jüngsten Kinder gut klar.

    Viele Großunternehmen testen schon

    In vielen größeren Unternehmen sind Corona-Tests für die Beschäftigten ebenfalls schon längst Alltag. Gerade Großunternehmen haben sich schon früh vorbereitet. Der Augsburger Roboterbauer Kuka zum Beispiel bietet neben den Selbst-Schnelltests auch PCR-Tests an. Auch der Versandhändler Amazon plant für seine 1.800 Angestellten mit Tests und befindet sich aktuell in der Abstimmung mit dem Betriebsrat hierzu. "Die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht für uns immer an erster Stelle", so Amazon-Sprecher Michael Schneider.

    Den Testbetrieb begonnen haben auch schon die Stadtwerke Augsburg. Das Verkehrs- und Energieunternehmen bietet laut Sprecher Jürgen Fergg seit fünf Wochen Schnelltests für alle Mitarbeitenden. "Das läuft alles reibungslos", so Fergg. Einschränkungen gebe es durch die Tests nicht.

    Tests sorgen für mehr Sicherheit

    Viele Betriebe verweisen auch darauf, dass durch die Tests eine Corona-Infektion bei einem oder einer Beschäftigten in der Regel frühzeitig entdeckt wird. Damit könnten größere, betriebsgefährdende Ausbrüche und die damit verbundenen Kosten vermieden werden.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!