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Bildrechte: BR/Uli Scherr

Bis heute wird im ehemaligen KZ-Steinbruch von Flossenbürg Granit abgebaut. Eigentlich sollte damit in drei Jahren Schluss sein. Jetzt aber hat der Betreiber den Wunsch geäußert, den Steinbruch noch ein weiteres Jahrzehnt nutzen zu dürfen.

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Betreiber will Flossenbürger KZ-Steinbruch noch Jahre nutzen

Bis heute wird im ehemaligen KZ-Steinbruch von Flossenbürg Granit abgebaut. Eigentlich sollte damit in drei Jahren Schluss sein. Jetzt aber hat der Betreiber den Wunsch geäußert, den Steinbruch noch ein weiteres Jahrzehnt nutzen zu dürfen.

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Von
  • Thomas Muggenthaler

Die Granitwerke Baumann wollen den KZ-Steinbruch in Flossenbürg noch weitere zehn Jahre nutzen - deutlich länger als bisher vereinbart. Das erklärte Wolfgang Baumann, der Geschäftsführer des Unternehmens, am Montag am Rande eines Gerichtsverfahrens vor dem Landesgericht Weiden in einem Interview mit dem BR. Baumann zufolge könnte der Steinbruch parallel zum noch laufenden Abbau in die bestehende KZ-Gedenkstätte integriert werden, so wie es geplant ist. Eigentlich läuft Baumanns Pachtvertrag mit dem Freistaat Bayern bereits im Jahr 2024 aus.

2024 endet der Pachtvertrag

In dem Steinbruch, in dem tausende Menschen während des Zweiten Weltkriegs durch die harte Arbeit starben, wird bis heute Granit abgebaut. Der Steinbruch gehört dem Freistaat Bayern, der will nach derzeitigem Stand den Pachtvertrag, der 2024 ausläuft, nicht verlängern. Der Steinbruch soll Teil der KZ- Gedenkstätte werden.

Baumann sagte weiter, er wolle dem Freistaat Bayern anbieten, in den nächsten zehn Jahren den Abraum im Steinbruch in Absprache mit der Denkmalbehörde zu entfernen. Gebäude aus der KZ-Zeit, die von den Granitwerken genutzt werden, könnten bereits jetzt an die KZ-Gedenkstätte übergeben werden.

Nebeneinander von Granitabbau und Gedenkstätte?

In den nächsten zehn Jahren könne er sich ein gemeinsames Nebeneinander vorstellen, sagte Baumann weiter. Der Steinbruch könne parallel zum Abbau in die Gedenkstätte integriert werden. Der Granitabbau erfolge derzeit an einem Bereich, in dem keine Häftlinge gearbeitet haben. Baumann bestreitet den wiederholt erhobenen Vorwurf, mit seinem Abbau die sogenannten Häftlingswand beschädigt zu haben. Er sei mit den zuständigen Ministerien und staatlichen Behörden in sachlichen Gesprächen, sagte er weiter.

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