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"Betonflut im Wiesenttal": Radweg-Ausbau sorgt für Unruhe | BR24

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Der Bund Naturschutz wendet sich gegen den weiteren Ausbau des Wiesenttal-Radwegs im Landkreis Forchheim. Der sensible Naturraum werde dabei zu stark belastet, so die Naturschützer. Außerdem kritisieren sie eine Beton-Flut.

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"Betonflut im Wiesenttal": Radweg-Ausbau sorgt für Unruhe

Der Bund Naturschutz in Bayern spricht sich gegen einen weiteren Ausbau des Radwegs im Wiesenttal aus. Die Naturschützer befürchten durch den Bau eine zu starke Belastung des sensiblen Naturraums.

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Der im vergangenen Jahr eröffnete Radweg im Wiesenttal führt bislang von Waischenfeld (Lkr. Bayreuth) bis nach Doos. Nun soll er bis Behringersmühle (Lkr. Forchheim) verlängert werden. Der neue Radweg ist breit gebaut und führt stellenweise direkt an der Wiesent entlang, wofür das Flussufer befestigt und aufgeschüttet wurde.

Radweg muss Schutzgebiete berücksichtigen

Der Bund Naturschutz (BN) in Bayern befürchtet nun eine "Betonflut im Wiesenttal". Ein Radweg sei nicht per se ein umweltverträgliches Projekt, stellte Tom Konopka, BN-Regionalreferent für Mittel- und Oberfranken, fest. Allerdings müssten vermeidbare Eingriffe in die Schutzgebiete vermieden werden, so Konopka.

Bund Naturschutz: Keine Einsicht in die Baupläne

In einem Schreiben beklagte der Verband, nicht in die Baupläne der Radwege mit einbezogen worden zu sein. Der BN habe weder Einsicht in die Pläne, noch könne er die Planungen rechtzeitig stoppen, wenn die Straßenbauer ins europäische Schutzgebiet bauen, so Peter Ille, Geschäftsführer der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Bayreuth.

BN sieht Vogelarten und Unterwasserwelt bedroht

Der BN will das Landschaftsschutzgebiet, das mit seinen seltenen Vogelarten der Unterwasservegetation außergewöhnlich sei erhalten. Gleichzeitig befürworte der Verband den Radtourismus im Wiesenttal – allerdings nur unter einer Bedingung:

"Die Radinfrastruktur darf nicht zerstören, was die Radfahrer hier suchen: nämlich ein schönes Tal, das von technischen Bauwerken weitgehend verschont bleibt." Christian Kiehr, Vorsitzender der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Ebermannstadt-Wiesenttal

Alternativenprüfung für Radweg im Wiesenttal

Für den Radwegabschnitt zwischen Doos und Behringersmühle fordert der BN daher ein transparentes Planungsverfahren mit einer sogenannten Alternativenprüfung. Diese sei bei Eingriffen in europäische Schutz-Gebiete zwingend nötig.

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