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Kundgebung in Ulm für die Freilassung von Meșale Tolu
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Autoren

Werner Bader
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Kundgebung in Ulm für die Freilassung von Meșale Tolu

Baki Selcuk, Sprecher des Freundeskreises "Freiheit für Meșale Tolu" beruft sich auf die türkische Staatsanwaltschaft. Die hat angeblich ein Besuchsrecht für die Familie genehmigt, auf Initiative des deutschen Konsulats.

Unterstützung wächst

Die Schwägerin der Inhaftierten konnte das nicht bestätigen. Meșale Tolus Vater und ihre Schwester sind in die Türkei gereist und hoffen auf ein Treffen. In Deutschland wächst die Unterstützung für die 33-jährige Journalistin, die in Istanbul für eine linksgerichtete Nachrichtenagentur gearbeitet hat. Am Freitag haben etwa 150 Menschen in Ulm für die Freilassung von Meșale Tolu demonstriert.

Nach Aussagen ihres Bruders, Hüseyin Tolu, hätten die türkischen Behörden bei der Verhaftung die Wohnungstür eingeschlagen und die Wohnung verwüstet, vor den Augen des 2,5 Jahre alten Sohnes von Meșale Tolu.

Auch der Vater des Jungen sitzt im Gefängnis, deshalb wird der Kleine jetzt von seiner Tante und vom Opa betreut. Beide sind in der Türkei und hoffen darauf, Meșale besuchen zu dürfen. Angeblich gibt es morgen ein Gespräch mit dem deutschen Konsulat.

Sechs Tage Hungerstreik

Der Vorwurf gegen Meșale Tolu lautet, sie sei Mitglied einer terroristischen Organisation und habe Terrorpropaganda verbreitet. Die 33-Jährige Meșale Tolu mit kurdischen Wurzeln hat die Deutsche Staatsbürgerschaft und offenbar keinen türkischen Pass. Sie ist in Ulm und Neu-Ulm aufgewachsen. Seit 30. April sitzt sie im Gefängnis, mindestens sechs Tage war sie im Hungerstreik. Wie es ihr geht, weiß im Moment nicht mal ihre Familie.

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Werner Bader

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Mittags in Schwaben vom 15.05.2017 - 02:00 Uhr