BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: Birgitt Roßhirt

Schimmel in Wohnungen macht große Probleme. Richtig schwierig wird es, wenn sich der Schimmel an verdeckten Stellen ausbreitet. Da kann Bessy aus dem mittelfränkischen Leinburg helfen. Sie ist ein zertifizierter Schimmelspürhund.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Bessy, die mittelfränkische Schimmel-Spürnase

Schimmel in Wohnungen macht große Probleme. Richtig schwierig wird es, wenn sich der Schimmel an verdeckten Stellen ausbreitet. Da kann Bessy aus dem mittelfränkischen Leinburg helfen. Sie ist ein zertifizierter Schimmelspürhund.

Per Mail sharen
Von
  • Birgitt Rosshirt

Schimmel in Wohnungen ist ein bekanntes Problem. Richtig schwierig wird es aber, wenn der Schimmel an einer verdeckten Stelle auftritt. Dann kann ein Schimmelspürhund helfen. Bessy aus dem mittelfränkischen Leinburg ist so ein Schimmelspürhund. Wo das menschliche Auge nichts entdecken kann, riecht sie den Schimmel.

Der Hund als Freund und Helfer

Bessy ist ein acht Jahre alter Border Collie. Hunde dieser Rasse wurden im Grenzland zwischen England und Schottland als Hütehunde für Schafe eingesetzt. Sie gelten als intelligent, lernwillig und konzentriert. Deshalb eignen sie sich gut als Spürhunde und helfen bei der Suche nach illegalen Drogen oder vermissten Menschen. Nach dem gleichen Prinzip lernen die Tiere nach Schimmel zu suchen und Alarm zu schlagen, wenn sie Sporen wittern.

Viel Training ist nötig

Die Ausbildung als Schimmelspürhund beginnt im Welpenalter. Für Bessy ging es mit zehn Wochen los. Familie Wittmann, die ein Sachverständigenbüro für Schimmelschäden hat, ging mit der Kleinen regelmäßig trainieren. Nach eineinhalb Jahren bekam Bessy ihr Zertifikat. Seit fast sieben Jahren ist sie nun im Einsatz und wird immer besser, wie ihr Herrchen Harald Wittmann betont. Die beiden sind ein eingespieltes Team. Sie hat inzwischen mehr Erfahrung und er kann ihre Zeichen immer besser deuten.

Bessy kratzt und bellt im Einsatz

Bessy kratzt oder bellt, wenn sie im Arbeitseinsatz Schimmelsporen findet. Und sie findet immer und überall etwas. Sporen sind natürlicher Teil der Umwelt, befinden sich laut Wittmann eigentlich immer im Badezimmer, an Blumentöpfen oder alten Bauernschränken. So lange die Menge – wie er es nennt – "haushaltsüblich" ist, machen sie dem Menschen keine Probleme. Problematisch aber sind verdeckte Stellen hinter Holzverkleidungen, hinter der Tapete oder unter dem Fußboden.

"Schimmel gibt es überall. Neubauten sind ein Problem, wenn sie schnellhochgezogen werden und nicht austrocknen können. In Altbauten gibt es oft alte Wasserschäden, die man nicht offensichtlich sieht." Harald Wittmann, Sachverständiger für Schimmelschäden

Da kein Bewohner auf reinen Verdacht ganze Wandvertäfelungen abreißen oder große Sanierungsmaßnahmen unternehmen will, kann hier Bessy helfen. Sie schlägt Alarm und Harald Wittmann als Sachverständiger kann mit Messgeräten einzelne Stellen genauer untersuchen. Im Zweifelsfall nimmt er eine Probe und schickt sie ins Labor.

Ein Marathonlauf für den Hund

Kleine Wohnungen hat Bessy schnell untersucht. Hochkonzentriert schnüffelt sie sich in zehn Minuten durch die Räume. Doch danach ist sie ausgepowert und schläft meist schon auf der Heimfahrt im Auto ein. "Ein Arbeitseinsatz am Tag ist genug", sagt Wittmann. Ein Einfamilienhaus als Auftrag koste dem Hund so viel Kraft wie ein Marathonlauf. Bei großen Projekten wie Schulen, Pflegeheimen oder Krankenhäusern holt er weitere Schimmelspürhunde als Unterstützung dazu. Im Durchschnitt hat Bessy zwei Einsätze die Woche. Zur Zeit aber seien die Menschen viel Zuhause, heizen und lüften regelmäßig ... Deshalb hat Bessy mehr freie Zeit.

Demnächst soll Bessy Gesellschaft bekommen. Familie Wittmann will sich wieder einen Border Collie-Welpen holen, ausbilden und zertifizieren lassen. Bis der Nachwuchs aber Bessy tatsächlich unterstützen kann, wird es noch wenigstens eineinhalb Jahre dauern.

Verband warnt vor "schwarzen Schafen" bei Schimmelspürhunden

Der Bundesverband Schimmelpilzsanierung e.V. (BBS) hat mit dem Umweltbundesamt Kriterien für die Zertifizierung von Schimmelspürhunden erarbeitet. Wolfgang Lorenz, der die BBS-Spürhundgruppe leitet, warnt vor schlecht ausgebildeten Tieren.

"Leider sind einige, die teils gegen viel Geld schlecht trainiert und ausgebildet wurden, auf dem Markt unterwegs und liefern schlechte Arbeit ab. Es gibt auch nicht zertifizierte gute bis sehr gute Teams, aber die sind sehr selten." Wolfgang Lorenz, Bundesverband Schimmelpilzsanierung e.V.

Eine Zertifizierung oder ein Qualitätsnachweis ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Nur ein Drittel der Hunde, die der Verband bislang geprüft hat, haben die Zertifizierung erhalten. Verbraucher sollten sich also vorab informieren, welchem Spürhund-Team sie vertrauen und einen Auftrag erteilen.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick - kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!