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Bessere Pflege: "Dienst-Tag"-Bündnis will Austausch mit dem DGB | BR24

© BR/Jochen Wobser

Bild von der ersten "Dienst-Tag"-Demo in Würzburg

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    Bessere Pflege: "Dienst-Tag"-Bündnis will Austausch mit dem DGB

    Weniger Bürokratie, mehr Personal, 35-Stunden-Woche: Bei den Forderungen für helfende Berufe haben das Würzburger "Dienst-Tag"-Bündnis und der DGB einige Berührungspunkte. Dennoch übte der DGB zuletzt Kritik. Nun deutet sich eine Zusammenarbeit an.

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    Das Würzburger "Dienst-Tag"-Bündnis aus rund 20 Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern sucht das Gespräch mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund, um sich gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen in helfenden Berufen einzusetzen. Wie Thomas Kandert von der Würzburger Blindeninstitutsstiftung dem BR mitgeteilt hat, habe das Bündnis die Würzburger Kreisgruppe des DGB zum Austausch eingeladen.

    Mit den Forderungen nach weniger Bürokratie und mehr Zeit für die pflegebedürftigen Menschen, mehr Personal, einer besseren Bezahlung und einer 35-Stunden-Woche habe man gemeinsame Ziele, so Kandert. Man sei sicher, dass man zusammen mit dem DGB "noch mehr erreichen" könne.

    DGB kritisierte Bündnis wegen gekündigter Tarifverträge

    Das "Dienst-Tag"-Bündnis, das seit Mitte September jeden Dienstag für bessere Arbeitsbedingungen in der Behindertenhilfe, im Gesundheitswesen und in der Pflege demonstriert, reagiert mit der Einladung auf Kritik durch den Gewerkschaftsbund. In einem offenen Brief hatte Karin Dauner vom DGB Würzburg vor kurzem kritisiert, dass zahlreiche Organisationen des Bündnisses "selbst gar nicht die Anforderungen erfüllen, die sie aufgestellt haben".

    So hätten einige Organisationen in der Vergangenheit "einseitig die damals geltenden Tarifverträge gekündigt". Einige seien "nicht einmal Mitglied in einem Arbeitgeberverband, mit dem die Gewerkschaft Tarifverträge verhandeln könnte", so Karin Dauner in ihrem offenen Brief.

    Bündnis: Für bessere Verträge muss die Finanzierung stimmen

    Eine Stellungnahme des "Dienst-Tag"-Bündnisses räumt nun ein, dass "einzelne gemeinnützige Träger der Behindertenhilfe, des Gesundheitswesens und der Pflege zum jetzigen Zeitpunkt nicht in der Lage sind, nach Tarif zu zahlen". Dies liege aber daran, dass die Sozial- und Gesundheitsleistungen derzeit nicht kostendeckend vom Staat refinanziert würden. Gerade deshalb sei es "legitim und notwendig", dass sich diese Einrichtungen "für bessere Rahmenbedingungen einsetzen, die die Anwendung von Tarifverträgen in unserer Branche durchgängig ermöglichen".

    Persönliche Gespräche statt offener Briefe

    Mit der nun erfolgten Einladung nimmt das "Dienst-Tag"-Bündnis das im DGB-Brief formulierte Gesprächsangebot auf – und will damit wohl auch einen neuen Akzent in der bisherigen Kommunikation setzen. Denn im offenen Brief hatte sich zunächst der DGB "ein wenig verwundert" gezeigt, erst aus den Medien von den Aktionen und Zielen des "Dienst-Tag"-Bündnisses erfahren zu haben. Das Bündnis wiederum hat nach eigener Auskunft ebenfalls nur aus den Medien von dem offenen Brief erfahren. Nun wollen die Beteiligten offenbar direkt miteinander reden.

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    Bild von der ersten "Dienst-Tag"-Demo in Würzburg

    Regelmäßige "Dienst-Tag"-Demos auch 2021

    Die bisherige Bilanz des "Dienst-Tag"-Bündnisses nach den ersten sechs Demonstrationen fällt positiv aus. Man erfahre "große Resonanz", heißt es. Auch in einem Gespräch mit der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml sei man "auf offene Ohren gestoßen". In den kommenden Wochen stünden weitere Gespräche mit Mandatsträgern an. Die Dienstag-Demos sollen mindestens bis März 2021 fortgeführt werden.

    In dem Bündnis versammeln sich rund 20 Organisationen und Einrichtungen aus den Regionen Würzburg und Main-Rhön. Darunter sind etwa das Blindeninstitut, die Stiftung Bürgerspital und die Stiftung Juliusspital, die Mainfränkischen Werkstätten, die AWO, der Caritasverband für die Diözese Würzburg und das Diakonische Werk. Zusammen beschäftigten die Einrichtungen mehr als 30.000 Menschen.

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