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Bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege gefordert | BR24

© dpa/pa, Ulrich Baumgarten

Ärzte und Assistenten während einer Herzschrittmacher-Operation

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    Bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege gefordert

    Es gab Applaus und Boni in der Anfangszeit der Corona-Krise für Beschäftigte in der Pflege. Geblieben, so sehen es die Betroffenen, ist nicht viel. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe fordert deshalb mehr Personal und angemessene Gehälter.

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    Von
    • Claudia Grimmer

    Direkt vor dem Gesundheitsministerium am Nürnberger Gewerbemuseumsplatz wollen die Teilnehmer der Demonstration am Dienstag für mehr Lohn und mehr Personal demonstrieren. Aufgerufen dazu hat der Deutsche Berufsverband für Pflegende.

    "Mehr als nur Applaus"

    Die Beschäftigten wollen an die Versprechen der Politik erinnern, dass der Pflegeberuf zukunftsfähig gemacht werden soll. Noch vor kurzem seien die Beschäftigten aus dieser Branche als systemrelevant gefeiert worden, heißt es im Schreiben des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe, doch für die Helden der Corona-Pandemie, habe sich bis jetzt wenig verändert.

    Worten müssen Taten folgen

    Während Rettungspakete für die Wirtschaft geschnürt worden seien, sei von der Pflege nun plötzlich nicht mehr die Rede, kritisiert der Berufsverband. Die Corona-Krise habe deutlich gezeigt, dass die Pflege zukunftsfähig gemacht werden muss. Gefordert werden mehr Personal, eine dauerhafte Aufwertung des Berufsstandes, sowie eine politische Beteiligung und Mitsprache bei Angelegenheiten, die die Pflege betreffen.

    "Die Krise hat deutlich gemacht, dass das System ohne die professionelle Pflege nicht funktioniert. Daher fordern wir die Politiker eindringlich auf, die Rahmenbedingungen anzupassen." Dr. Marliese Biederbeck, Berufsverband der Pflegeberufe

    Nicht umsonst sei die Fluktuation in diesen Berufen besonders hoch, so der Berufsverband. Vor allem der große Zeitdruck, eine zunehmende Arbeitsverdichtung, fehlender Respekt und Wertschätzung, aber auch die unzureichende Ausbildungsqualität mache den Beruf für viele immer unattraktiver.

    Klare Forderungen formuliert

    Ganz konkret fordert der Berufsverband ein Einstiegsgehalt von 4.000 Euro brutto für eine Vollzeitstelle. Gleichzeitig müssten die gezahlten Zulagen beispielsweise für Schichtdienst grundsätzlich steuerfrei bleiben. Auch die Vertretung in politischen Gremien müsste verbessert werden. So sei ein Stimmrecht in Ausschüssen auf Bundesebene dringend notwendig, genauso wie die Einrichtung von Pflegekammern in allen Bundesländern, um eine Berufsvertretung für die Beschäftigten in der Pflege zu etablieren.

    Derzeit werden im ganzen Bundesgebiet Unterschriften gesammelt, um im November die Forderungen und Listen an Politiker zu übergeben.

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