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Beschränkungen wegen Corona: 300 Verstöße in Nordschwaben | BR24

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Symbolbild Polizeikontrolle

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    Beschränkungen wegen Corona: 300 Verstöße in Nordschwaben

    Restaurants müssen ab 15 Uhr schließen, Geschäfte müssen geschlossen bleiben, Spielplätze dürfen nicht betreten werden - das schreibt die Allgemeinverfügung vor. Doch wie halten sich die Menschen daran? Die Polizei zieht eine erste Bilanz.

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    Die Polizei im Bereich des Präsidiums Schwaben Nord hat zwischen Mittwochnachmittag (18.03.20) und Donnerstagfrüh (20.03.20) mehr als 1.900 Kontrollen im Zusammenhang mit den Beschränkungen wegen des Coronavirus durchgeführt.

    Knapp 300 Verstöße gegen Allgemeinverfügung

    Wie das Präsidium in Augsburg mitteilte, waren bei etwa 1.600 Kontrollen die Betriebe geschlossen beziehungsweise die Freiflächen menschenleer. Bei knapp 300 Kontrollen kam es zu Verstößen. Entweder hatten Betriebe geöffnet oder die Beamten mussten Menschen auffordern, Spielplätze und Grünanlagen zu verlassen. Bayerns Ministerpräsident und die Augsburger Stadtspitze appellierten nochmals eindringlich, den Anordnungen Folge zu leisten, damit keine allgemeine Ausgangssperre nötig wird.

    Platzverweise gegen Jugendliche

    Wie das Präsidium weiter mitteilte, konnte die Polizei die meisten Fälle mit aufklärenden Gesprächen lösen. Gegen mehrere Jugendliche wurden aber an Sport- und Skaterplätzen Platzverweise erlassen. Eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch gab es gegen zwei Gäste eines Cafés, die ihren Tisch nicht räumen wollte, als die Betreiber gestern um 15 Uhr die Bewirtung einstellen wollten.

    Auch Ordnungsamt ist im Einsatz

    Mit etwa 40 Beschäftigten kontrolliert das Ordnungsamt in Augsburg derzeit die Einhaltung der Allgemeinverfügung. In erster Linie gehe es darum, für die Abstandregeln auf öffentlichen Plätzen und in Parks zu sensibilisieren, erklärte Ordnungsreferent Dirk Wurm.

    Konsequentes Vorgehen gegen "Corona-Partys"

    Wurm betonte, man wolle niemanden bestrafen, sondern alle bestmöglich schützen. Gerichtet an jüngere Menschen erklärte Wurm allerdings, für "Corona-Partys" fehle ihm jegliches Verständnis. Wurm kündigte an, derartige Veranstaltungen konsequent aufzulösen und forderte Solidarität mit älteren Menschen, die durch das Coronavirus besonders gefährdet sind.

    Besuchsverbot in Heimen und Krankenhäusern

    Am morgigen Freitag tritt in Augsburg ein Besuchsverbot für Altenheime und Krankenhäuser in Kraft. Wurm verlas die Verfügung während der Pressekonferenz. Entsprechende Einrichtungen dürfen nicht mehr betreten werden. Das gilt bis zum 19. April. Ausnahmen sind in Notfällen bei telefonischer Anmeldung möglich.

    Kunden sollen Stoßzeiten meiden

    Die zweite Bürgermeisterin und Wirtschaftsreferentin Eva Weber forderte Kunden auf, nach Möglichkeit unter der Woche am Morgen oder gegen Mittag zum Einkaufen zu gehen, wenn in den Geschäften weniger los sei und bat darum, die Geschäfte an den Wochenenden freizuhalten für Menschen, die auf einen Samstagseinkauf angewiesen seien.

    Keine exponentielle Corona-Ausbreitung in Augsburg

    Oberbürgermeister Gribl erklärte, bislang habe man in Augsburg 34 bestätigte Covid-19-Fälle und sehe noch keine exponentielle Ausbreitung des Virus. Gribl betonte aber, eine Prognose für die nächsten Wochen lasse sich daraus nicht ableiten. Auf Nachfrage von Journalisten erklärte der Oberbürgermeister, eine Ausgangssperre in Augsburg sei denkbar, falls sich das Infektionsrisiko in der Stadt deutlich erhöhen sollte oder falls die Menschen den in einer Allgemeinverfügung erlassenen Beschränkungen nicht nachkommen sollten.