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Beschlagnahmter Wüstenluchs sucht neues Zuhause | BR24

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Der vor einer Woche in einer Küche in Weiden beschlagnahmte Wüstenluchs ist jetzt vorübergehend im Nürnberger Tiergarten in Quarantäne. Dort kann er aber nicht bleiben. Er braucht nun ein neues Zuhause.

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Beschlagnahmter Wüstenluchs sucht neues Zuhause

Vor rund einer Woche haben Amtstierärzte und die Polizei in Weiden einen Wüstenluchs in einer Wohnung beschlagnahmt. Aktuell ist der Luchs in Obhut des Tiergartens Nürnberg. Weil er dort nicht bleiben kann, wird nach einem passenden Zoo gesucht.

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Von
  • BR24 Redaktion

Im Fall des vor rund einer Woche beschlagnahmten Wüstenluchses in der Wohnung einer 44-Jährigen in Weiden suchen die Behörden nach einem neuen Zuhause für das Wildtier. Die ein Jahr alte Raubkatze namens Philipp soll künftig in einem Zoo leben, doch der ist noch nicht gefunden.

30-tägige Quarantäne im Tiergarten Nürnberg

Aktuell befindet sich der Luchs in einer 30-tägigen Quarantäne in einer Außenstelle des Tiergartens Nürnberg. Die Feuerwehr hatte ihn dorthin gebracht. Wie der stellvertretende Tiergartendirektor, Jörg Beckmann, mitteilt, sucht man über den Europäischen Zooverband nach einer Lösung. Der Tiergarten Nürnberg ist keine Auffangstation für Fund- und Haustiere, so Beckmann. Bei dem Wüstenluchs, der nicht in einem Tierheim untergebracht werden könne, habe der Tiergarten Amtshilfe geleistet.

Hundehütte und Katzenklo für Luchs

Durch eine anonyme Anzeige waren die Behörden auf den Luchs aufmerksam gemacht worden, so Barbara Bäumel vom Veterinäramt in Weiden. Die Raubkatze habe in der Küche eine Hundehütte und eine Kuschelecke gehabt und sei nicht verwahrlost gewesen. Außerdem hatte die Frau ein Katzenklo aufgestellt. Es soll in dem Raum nur eine mit Folie abgedeckte Küchenzeile und keine Sitzecke gegeben haben. Das Tier sei seinem Frauchen gegenüber wohl nicht aggressiv gewesen, aber auch nicht wirklich zahm. Den Wüstenluchs soll die Frau Anfang Dezember bei einem privaten Züchter in Tschechien gekauft haben.

Nicht nur illegal sondern auch gefährlich

Als die Behörden den Luchs beschlagnahmten soll die 44-jährige Halterin laut Bäumel sogar ein wenig erleichtert gewirkt haben. Das Tier sieht zwar flauschig und lieb aus, doch es hat sechs zentimeterlange Eckzähne und die können gefährlich sein. Der Deutsche Tierschutzbund rät deshalb dringend davon ab, Tiere jeglicher Art im Internet zu kaufen.

Wer ein Tier haben möchte, soll sich mit einem Züchter in Verbindung setzen, die Tiere vor Ort ansehen und sich ausgiebig über die Haltung informieren. Bei einigen exotischen Tieren oder Wildtieren muss nicht nur das Veterinäramt informiert werden, sondern die Behörde muss sogar eine Erlaubnis erteilen. Gegen die Frau wurde Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet.

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