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Berufungsprozess um Tod einer Heilpraktiker-Patientin | BR24

© BR/Julia Müller

Am Landgericht Regensburg wird die Berufung des Heilpraktikers verhandelt.

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    Berufungsprozess um Tod einer Heilpraktiker-Patientin

    Das Landgericht Regensburg verhandelt derzeit die Berufung eines Heilpraktikers. Weil er eine Krebspatientin nicht zum Arzt schickte, war er vom Amtsgericht Kelheim wegen fahrlässiger Tötung zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Dagegen ging er vor.

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    Vor einer Berufungskammer des Landgerichts Regensburg wird seit Donnerstagvormittag der Fall eines verurteilten Heilpraktikers verhandelt. Der heute 69-Jährige war im März 2018 in erster Instanz vom Amtsgericht Kelheim wegen fahrlässiger Tötung zur zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden, weil er eine Krebspatientin nicht zu einem Schulmediziner geschickt hatte.

    Patientin starb 2013

    Bei der Frau war Brustkrebs diagnostiziert worden. Der Heilpraktiker, der im Landkreis Kelheim aktiv war, kam aber zum Schluss, dass dies nicht der Fall war und behandelte sie alternativ – unter anderem wegen einer Entzündung. 2013 starb die Patientin. Gutachter streiten allerdings darüber, ob die Frau hätte gerettet werden können, wenn sie schulmedizinisch behandelt worden wäre, zum Beispiel mittels einer Operation.

    Urteil möglicherweise noch in diesem Monat

    Die Verteidigung des Heilpraktikers hatte nach dem ersten Prozess eine unbeschränkte Berufung eingelegt, sowohl gegen den Schuldspruch an sich als auch gegen die Höhe der Strafe. Sie hatte bereits vor dem Amtsgericht in Kelheim auf Freispruch oder eine Geld- oder Bewährungsstrafe plädiert.

    Im Berufungsprozess am Regensburger Landgericht sind nun insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt. Es gibt eine komplette Beweisaufnahme. Unter anderem werden zwei Sachverständige, Angehörige und ein Ermittler der Polizei gehört. Ein Urteil könnte am 20. September fallen.