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Im Landgericht Schweinfurt beginnt der Berufungsprozess gegen einen Priester aus dem Bistum Würzburg. Dem Angeklagten wird schwere sexuelle Misshandlung von einem zwölfjährigen Mädchen vorgeworfen.

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Berufungsprozess gegen Priester wegen sexuellem Kindesmissbrauch

Der Berufungsprozess gegen einen Priester aus dem Bistum Würzburg wegen schwerer sexueller Misshandlung ist abgeschlossen. Weil die Berufung zurückgenommen wurde, ist das Urteil rechtskräftig, wird aber auf Bewährung ausgesetzt.

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Von
  • BR24 Redaktion

Der Berufungsprozess gegen einen Priester aus dem Bistum Würzburg wegen schwerer sexueller Misshandlung ist abgeschlossen. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung haben ihre Berufung vor dem Landgericht Schweinfurt zurückgenommen. Damit ist das Urteil des Amtsgerichts Bad Kissingen vom vergangenen August rechtskräftig.

Ein Jahr und vier Monate Haft für den Priester aus dem Bistum Würzburg

Laut Anklage hat der 43-Jähriger vor mehr als zehn Jahren ein damals zwölfjähriges Mädchen sexuell missbraucht. Im vergangenen August hatte das Amtsgericht Bad Kissingen den Angeklagten zu einem Jahr und vier Monaten Haft verurteilt. Das Schöffengericht setzte die Strafe zu drei Jahren Bewährung aus. Zudem sollte der Mann 1.200 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen.

Nach dem Urteil hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung Berufung eingelegt. Die Staatsanwaltschaft forderte eine höhere Strafe für den katholischen Geistlichen. Die Verteidigung sah das anders: "Tatsächlich ist das Ziel ein Freispruch", erklärte der Anwalt des 43-Jährigen auf Nachfrage der Strafkammer.

Zwölfjährige soll für Priester geschwärmt haben

Das mutmaßliche Opfer hatte im ersten Prozess eingeräumt, damals für den Priester geschwärmt zu haben. "Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich mich verliebt habe", sagte sie im August vor dem Amtsgericht. Die heute 23-Jährige schrieb dem Angeklagten nach eigener Aussage Nachrichten und rief ihn immer wieder an. Trotz anfänglicher Ablehnung habe sich der Geistliche um das Jahr 2010 herum doch auf Intimitäten mit der damals zwölfjährigen Schülerin eingelassen. Den Vorwurf des Kindesmissbrauchs wies er allerdings schon bei seiner polizeilichen Befragung im Frühjahr 2019 von sich.

Würzburger Bischof Jung verbietet Ausübung des priesterlichen Dienstes

Für den Berufungsprozess waren ursprünglich zwei Verhandlungstage angesetzt gewesen. Mit der Zurücknahme der Berufung ist es nun rechtskräftig. Dem 43-Jährigen war bis zur Klärung des Sachverhaltes die Ausübung des priesterlichen Dienstes durch den Würzburger Bischof Franz Jung verboten worden. Ob er sein Priesteramt dauerhaft abgeben muss, wird die Kirche entscheiden.

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