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Berufswahl zu Corona-Zeiten: Digitale Job-Infos für Jugendliche | BR24

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Auszubildende in Metallberufen arbeiten an der Drehbank.

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    Berufswahl zu Corona-Zeiten: Digitale Job-Infos für Jugendliche

    Keine Jobmessen, keine Orientierungsseminare an Schulen, kaum Schüler-Praktika – die Suche nach der beruflichen Zukunft ist, wie so vieles in der Pandemie, ins Digitale verlegt. Denn Auszubildende sind nach wie vor bayernweit gesucht.

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    Von
    • Leonie Thim

    Die 17-jährige Chiara Klingl aus München dachte zu wissen, in welchem Beruf sie einmal arbeiten will. Seit einem Schülerpraktikum in der neunten Klasse wollte sie Kieferorthopädin werden. "Aber ich war immer offen für anderes", sagt sie. Online suchte sie nach Informationen über berufliche Alternativen. Doch die Informationen waren ihr oft "zu einseitig".

    Ihre Schule vermittelte ihr schließlich eine Berufsberatung an der Arbeitsagentur München. "Diese Gespräche waren äußerst effektiv, weil du aufeinander eingehen und deine Fragen stellen kannst."

    Berufsberatung in der Arbeitsagentur: Persönlich, aber digital

    Gesprochen hat die Schülerin mit Stefanie Rektorschek, Berufsberaterin in der Arbeitsagentur München. In diesem Corona-Jahr rät sie den Jugendlichen, sich auf jeden Fall zu informieren und "und nicht davon ausgehen: Es geht nichts. Sondern es geht auf jeden Fall was und wichtig ist, dass man sich drum kümmert.“

    Heuer finden keine Veranstaltungen in Schulen und keine Jobmessen statt, auch eins zu eins Gespräche in der Arbeitsagentur waren und sind während des Lockdowns nicht möglich. Deswegen berät die Arbeitsagentur vor allem telefonisch oder per Video-Chat. Dabei sei es wichtig, offen zu sein und "den Mut zu haben, sich vielleicht auch mal eine Alternative zu überlegen, wenn der gerade Weg, den man sich überlegt hat, jetzt vielleicht nicht sofort klappt", sagt Berufsberaterin Stefanie Rektorschek.

    Jugendlich digital erreichen, wo sie sind

    Auch bayerische Firmen haben sich einiges ausgedacht, um Jugendliche in der Pandemie zu erreichen und sie als Auszubildende für sich zu gewinnen. Zum Beispiel hat der mittelständische Betrieb Develey Videos produziert, in denen Azubis von ihrer Lehre berichten.

    Das sei eine gute Möglichkeit, um sich als Arbeitgeber und die Ausbildungsberufe vorzustellen, erklärt Franziska Erthle, Personalerin und Ausbilderin bei Develey. "Aber der wichtigste Faktor ist, in den Austausch mit den Interessenten für das Thema Ausbildung zu kommen", sagt sie.

    Das funktioniert in diesem Jahr vor allem über Chats und Videoanrufe. Interessierte Jugendliche können unter Beachtung der Hygienemaßnahmen im Laufe des Bewerbungsverfahrens außerdem zu einem persönlichen Gespräch vorbeikommen. "Auch hier gilt wieder: sich Zeit nehmen, Einblicke geben. Das darf einfach nicht fehlen, Corona hin oder her", sagt die Ausbilderin Franziska Erthle.

    Azubis dringend gesucht – auch in der Pandemie

    Trotz Pandemie werden Auszubildende weiterhin gesucht, melden Handwerkstag (BHT) sowie Industrie- und Handelskammer (IHK). Das zeigen auch Zahlen aus dem vergangenen Ausbildungsjahr. 2020 blieben nach Angaben des Statistischen Landesamts Bayern knapp 16.000 Lehrstellen in Industrie, Handel und Dienstleistung unbesetzt. Auch im Handwerk ging die Ausbildungsbereitschaft laut BHT im vergangenen Jahr leicht zurück.

    Technische Berufe weiter beliebt

    Nach wie vor beliebt bei Schulabgängerinnen und Schulabgängern seien technische Berufe im Bereich Kfz-Mechatronik, Elektronik oder Anlagenmechanik, meldet ein Sprecher des Bayerischen Handwerkstages. Etwas schwerer bei der Suche nach Nachwuchs tun sich zum Beispiel das Lebensmittelhandwerk und der Baubereich.

    Ausbildungswoche Bayern 2021 startet

    Insgesamt gebe es rund 200 Ausbildungsberufe in Bayern, meldet die Industrie- und Handelskammer. Dazu kommt für Schülerinnen und Schüler mit Fachabitur und Abitur die Möglichkeit eines Studiums oder einer dualen Ausbildung. Um sich im Dschungel der Ausbildungsmöglichkeiten zurecht zu finden, gibt es heuer vom 15. bis 21. März unter www.ausbildungswochen.bayern zahlreiche digitale Informationsveranstaltungen.

    Dort können Schülerinnen und Schüler zum Beispiel online testen, welcher Beruf zu ihnen passt, mit Auszubildenden chatten oder mögliche Ausbildungsbetriebe besser kennenlernen.

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