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Berufsschulen: Ausbildungspraxis kollidiert mit Hygieneregeln | BR24

© picture alliance/dpa Themendienst

Symbolbild eines Malers mit Farbtopf

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    Berufsschulen: Ausbildungspraxis kollidiert mit Hygieneregeln

    Maske tragen, Abstand halten: Das ist auch bei den Azubis der Malerinnung der Corona-Alltag. Doch wirklich funktionsfähig kann eine Ausbildung gerade im Handwerk mit diesen Einschränkungen nicht sein, denn Ausbildung funktioniert nicht auf Distanz.

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    Kurz vor 8.00 Uhr in der Maler- und Lackiererinnung München. Dirk Pflüger öffnet alle Fenster in der engen Werkstatt. Der Ausbilder arbeitet hier gleich mit zehn Azubis und muss aufpassen, denn keiner darf sich mit dem Corona-Virus anstecken.

    "Man muss die Schüler wirklich öfter ermahnen und auf ihre Mitarbeit bauen. Das ist nicht immer einfach." Dirk Pflüger, Lehrkraft Maler und Lackierer Innung München

    Die Malerinnung ist zuständig für die überbetriebliche Ausbildung, also alles, was kleine Betriebe in der Ausbildung nicht leisten können. Heute arbeitet Dirk Pflüger mit seinen Lehrlingen nur praktisch. Das heißt: Die Azubis sind viel im Raum unterwegs, müssen aber trotzdem den Mindestabstand einhalten und immer die Maske über Mund und Nase tragen.

    "Wenn wir einen Corona-Fall haben, dann ist die ganze Einrichtung geschlossen." Dirk Pflüger, Lehrkraft Maler und Lackierer Innung München

    Immer wieder Hinweis auf Abstand und Vorsicht notwendig

    Deswegen ermahnt der Ausbilder die Schüler noch einmal, bevor es in die Werkstatt geht. Der Plan für heute: Malerarbeiten an etwa zwei Meter hohen Übungswänden. Nach wenigen Minuten braucht Lehrling Sammy Hilfe an seiner Wand und ruft den Ausbilder. Dirk Pflüger kniet sich neben ihn und zeigt ihm genau, wo er abkleben muss. Hier wird es schon mal eng. Zu solchen Situationen kommt es am Vormittag ständig. Praktisch erklären, ohne sich nahe zu kommen: Geht das gar nicht, ohne dass die Ausbildung auf der Strecke bleibt?

    "Dieser 1,50 Meter-Abstand, das ist echt schwierig. Man beschränkt sich zwar schon auf das Nötigste, aber man kommt sich trotzdem relativ nah.“ Dirk Pflüger, Lehrkraft Maler und Lackierer Innung München

    Die Azubis sind genervt

    Deswegen müssen die Azubis ihre Masken konsequent tragen, auch wenn es ziemlich nervt, wie die Lehrlinge verraten."Fensterlüften bringt eigentlich gar nichts. Sauerstoff durch die Maske bekommt man auch nicht richtig. Es ist alles schwierig.“

    Sechs Wochen war die Malerinnung im Frühjahr geschlossen - wegen Corona. Das soll sich auf keinen Fall wiederholen. Die Ausbilder haben deswegen ein Hygienekonzept ausgearbeitet und versuchen, es einzuhalten, so weit es die Praxis zulässt.

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