Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Berufsbildungsbericht: Bayern braucht Azubis | BR24

© picture alliance/Keystone

Das Bundesbildungsministerium meldet einen Höchststand bei unbesetzten Ausbildungsstellen.

Per Mail sharen

    Berufsbildungsbericht: Bayern braucht Azubis

    Bundesbildungsministerin Karliczek hat 2019 zum "Jahr der Berufsbildung" erklärt. Ihr aktueller Bericht zeigt: In einigen bayerischen Regionen werden Azubis händeringend gesucht.

    Per Mail sharen

    In Bayern finden junge Erwachsene im Vergleich mit anderen Bundesländern in der Regel schnell eine Ausbildung. Das geht aus dem Berufsbildungsbericht hervor, den Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) dem Bundeskabinett vorgelegt hat. Betriebe müssen demgegenüber zum Teil länger suchen, um geeignete Bewerber zu finden. In einigen Regionen Bayerns werden Azubis dringend gesucht, nämlich in Niederbayern und in der Oberpfalz. Vor allem Metzger, Klempner und Gerüstbauer sind gefragt.

    Höchststand bei unbesetzten Ausbildungsstellen

    Bundesweit hat sich das Problem verschärft: Mit knapp 60.000 unbesetzten Ausbildungsstellen wurde 2018 ein neuer Höchststand erreicht. Damit hat sich die Zahl der unbesetzten Berufsausbildungsstellen laut Bericht seit 2009 mehr als verdreifacht.

    Berufsbildungsbericht: Mehr junge Menschen ohne Berufsabschluss

    Ein weiterer negativer Punkt: Die Zahl der jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss ist weiter leicht gestiegen: von 1,88 Millionen auf zuletzt 2,12 Millionen. Der Trend der vergangenen Jahre, dass die sogenannte Ungelerntenquote bei den 20- bis 34-Jährigen wieder steigt, setzt sich damit fort. Die Quote lag laut Bericht 2017 bei 14,2 Prozent.

    Damit verfehlt die Bundesregierung erneut das Ziel, das Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sich 2008 gesetzt hatte, als sie die "Bildungsrepublik Deutschland" ausrief. Damals hatte sich die Bundesregierung vorgenommen, die Zahl junger Erwachsener ohne Berufsabschluss von 17 Prozent auf 8,5 Prozent zu halbieren. Seit 2005 wird das Bundesbildungsministerium durchgängig von CDU-Politikerinnen geleitet.

    Bundesbildungsministerin ruft "Jahr der Berufsausbildung" aus

    Positiv hebt der Bericht hervor, dass es erstmals seit 10 Jahren wieder mehr Betriebe gibt, die ausbilden. Darauf will die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) aufbauen und sie hat deshalb das Jahr 2019 zum "Jahr der Berufsbildung" erklärt.

    "Im Jahr 2019, dem Jahr der Berufsbildung, werde ich die berufliche Bildung weiter stärken und für ihre Attraktivität werben", Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU)

    Wann kommt die Mindestausbildungsvergütung?

    Um die Berufsausbildung attraktiver zu machen, verweist die CDU-Politikerin im Bericht auf die geplante Mindestausbildungsvergütung. Die ist im Koalitionsvertrag vereinbart und soll noch in diesem Jahr beschlossen werden.

    Das Problem: Bisher sind sich Union und SPD uneins darüber, wie viel Auszubildende mindestens verdienen sollten. Bei der geplanten Novelle des Berufsbildungsgesetzes hatte Anja Karliczek zunächst eine Mindestvergütung von 504 Euro im ersten Lehrjahr vorgesehen. Die SPD hatte dies als zu wenig abgelehnt.

    Unterschiedliche Ausbildungsvergütungen in Regionen und Berufen

    In Deutschland betrugen die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2018 laut Bundesinstitut für Berufsbildung im Durchschnitt 908 Euro brutto pro Monat. Je nach Beruf und Region fällt die Bezahlung aber sehr unterschiedlich aus: Während angehende Maurer im vergangenen Jahr in Westdeutschland im Durchschnitt 1.175 Euro pro Monat verdient haben, lag die tarifliche Vergütung bei angehenden Friseuren in Ostdeutschland bei 387 Euro pro Monat.