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Bericht: Zweifel an Versprechen von Plant for the Planet

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    Bericht: Zweifel an Versprechen von Plant for the Planet

    Ein Euro ist ein gepflanzter Baum, so das Konzept von "Plant for the Planet". Die oberbayrische Organisation will so die Klimakrise bekämpfen. Doch "Zeit"-Recherchen werfen Fragen auf: Helfen die Aktionen wirklich oder sind es falsche Versprechen?

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    Von
    • Andreas Neukam

    Die oberbayerische Organisation "Plant for the Planet" (PftP) wirbt seit 2007 dafür, für jeden gespendeten Euro einen Baum zu pflanzen. "PftP" bepflanzt unter anderem Wälder für Ritter Sport, Rewe oder Bitburger. Doch wie effektiv, um damit auch das Klima zu schützen? Denn das ist das Ziel der Organisation.

    Der Hauptvorwurf, den die Journalisten der "ZEIT" erheben: die Überlebensquote, die PftP für ihre Bäume angibt, sei unwahrscheinlich hoch. Diese liege bei 94 Prozent, sagt PftP. Die "ZEIT" hat dazu Satellitenbilder der PftP-Anbaugebiete in Mexico ausgewertet. Die Organisation pflanzt seit 2015 ausschließlich in dem Land. Auf den Bildern sei zu erkennen, dass PftP keine komplett neuen Wälder pflanzt, sondern bestehende Wälder höchstens verdichtet.

    Fragwürdiges Klimaversprechen

    Forstwissenschaftler, die die "ZEIT" befragt hat, erklären, diese Methode sei üblich, um die Biodiversität zu erhöhen, aber herausfordernd, "weil dort deutlich weniger junge Bäume überleben". Die Überlebensraten einiger Setzlinge seien weit entfernt von 94 Prozent.

    Dies lässt Zweifel am Klimaversprechen von PftP aufkommen. Die Organisation schreibt, ein Baum kompensiere 200 Kilo CO2. PftP beruft sich dabei auf eine Studie von 2016.

    "Plant for the Planet" reagiert mit offenem Brief

    "Plants for the Planet"-Vorstand Felix Finkbeiner hat auf die Recherchen der "Zeit" mit einem offenen Brief reagiert. Er wirft den Journalisten vor, mit Vermutungen und Unterstellungen zu arbeiten. Auf die Zweifel an der Überlebensquote von 94 Prozent entgegnet er, dass es sich dabei um eine Hochrechnung handle, die auf wissenschaftlich üblichem Weg zustande gekommen sei.

    Den Vorwurf, "PftP"-Bäume würden es nicht schaffen, 200 Kilo CO2 pro Baum einzusparen, weist die Organisation zurück. Im Schnitt könne der Wert eingehalten werden. Ältere Bäume würden Bäume, die früher sterben, kompensieren. "Plant for the Planet" gibt an, seit 2007 weltweit mehr als zehn Millionen* Bäume gepflanzt zu haben. 2019 hat die Organisation im Zuge der aufkommenden Klimadiskussion knapp sieben Millionen Euro eingenommen.

    *In einer früheren Version des Textes hatten wir geschrieben: "'Plant for the Planet' gibt an, seit 2007 weltweit mehr als zehn Milliarden Bäume gepflanzt zu haben." Das ist falsch. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

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