BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Bergwachten fordern: Kein Bergsport während Corona-Krise | BR24

© picture-alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand

Bergwachten bitten Wanderer und Skitourengeher zu Hause zu bleiben

4
Per Mail sharen
Teilen

    Bergwachten fordern: Kein Bergsport während Corona-Krise

    Ganze Rettungsmannschaften könnten wegen Corona ausfallen. Das befürchten Bergwachten im Allgäu. Sie fordern deshalb dazu auf, zu Hause zu bleiben, und die Polizei betont, dass man gerade in den Bergen nicht immer Abstand zu anderen halten kann.

    4
    Per Mail sharen
    Teilen

    Die Bergwachten im Allgäu rufen Wanderer und Skitourengeher dazu auf, wegen der Corona-Krise zu Hause zu bleiben. Auf der Facebookseite der Bergwacht Sonthofen heißt es, dass man zuletzt am Dienstag schwer verletzte Skitourengeher und Wanderer versorgen musste.

    Coronavirus: So schaffen es die Schwaben

    Angst vor Ausfällen durch Corona-Quarantäne

    Die Bergwacht beschäftigt die Sorge, dass mit jedem Einsatz auch die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus steigt. In der Folge einer Infektion könnten ganze Rettungsmannschaften in Quarantäne geschickt werden. Laut Bergwacht Sonthofen stehen schon jetzt einzelne Rettungsmittel und Hubschrauber nicht mehr zur Verfügung. "Dass es nicht hilfreich ist, wenn momentan Krankenhausbetten durch die Folgen von Freizeitunfällen wochenlang belegt sind, sollte auch jedem klar sein. Auch Egoisten sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie selbst darunter leiden, wenn sie zufälligerweise selbst betroffen sind" schreiben die Bergwachtler.

    Bergwacht Füssen: "Bleibt's dahoam – der Berg rennt nicht weg“

    Auch auf der Website der Bergwacht in Füssen ist eine deutliche Aufforderung zu lesen: "Bleibt's dahoam – der Berg rennt nicht weg. Das Risiko am Berg, das Risiko für einen Einsatz wird zum Risiko für uns alle. Für Bergretterinnen und Bergretter, für Hubschrauberbesatzungen, für das Krankenhauspersonal, für alle Menschen in unserem Land."

    Polizei: Abstand beim Wandern und bei Skitouren schwierig

    Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West betonte im Gespräch mit dem BR, dass Bergwandern oder Skitouren nicht verboten sind. Die grundsätzlichen Regeln der Ausgangsbeschränkung seien aber einzuhalten. Es dürften nur Mitglieder eines gemeinsamen Haushalts, also Familie oder Wohngemeinschaft, zusammen draußen unterwegs sein. Spaziergänge oder Wanderungen sollten wohnortnah erfolgen. Der Sprecher wies außerdem auf ein typisches Problem bei Ausflügen in die Berge hin: Der Abstand zu entgegenkommenden Wanderern oder Skitourengehern könne oft nicht eingehalten werden, da die Wege dazu zu schmal seien, erklärte er. Auf keinen Fall erlaubt seien dichtgedrängte Gruppen am Gipfelkreuz oder Zielpunkt der Skitour.

    Oberstdorf sperrt Wanderwege wegen Corona

    Die Gemeinde Oberstdorf hat inzwischen sämtliche Wanderwege gesperrt, auch alle Wanderparkplätze sind geschlossen. Auf der Homepage der Gemeinde heißt es: "Ministerpräsident Markus Söder ruft die Bevölkerung dazu auf, sich an die Ausgangsbeschränkung zu halten und, außer kurzen Sport-Einheiten alleine oder mit der Familie, zu Hause zu bleiben. Dazu gehört natürlich auch der Verzicht auf Wanderungen und Bergtouren." Auch die Gemeinde fordert dazu auf, das Gesundheitssystem während der Corona-Krise nicht unnötig zu belasten. Wenn man jetzt zusammenhelfe und zu Hause bleibe, könne man bald wieder die wunderschöne Oberstdorfer Bergwelt genießen, schreibt die Gemeinde.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!