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"Bergungstour" im verstecktem Luftschutzbunker | BR24

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Unter dem ehemaligen Umspannwerk der Bahn in Gebersdorf schlummert ein alter Luftschutzbunker. Bevor der Bau abgerissen wird, um Platz für Wohnhäuser zu machen, durfte er Förderverein Nürnberger Felsengänge einige Einrichtungsgegenstände retten.

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"Bergungstour" im verstecktem Luftschutzbunker

Unter dem ehemaligen Umspannwerk der Bahn in Gebersdorf schlummert ein alter Luftschutzbunker. Bevor der Bau abgerissen wird, um Platz für Wohnhäuser zu machen, durfte der Förderverein Nürnberger Felsengänge einige Einrichtungsgegenstände retten.

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Von
  • Daniel Peter

Während des Zweiten Weltkriegs waren Luftschutzbunker in den Häusern überlebenswichtig. In Nürnberg gab es rund 20 größere Schutzbunker für die Bevölkerung, zusätzlich besaßen viele Unternehmen eigene, kleinere für ihre Mitarbeitenden. So auch im Keller eines derzeit leerstehenden Umspannwerks. Dieser wurde vor dem Abriss des alten Gebäudes wiederentdeckt.

Bunker in gutem Zustand

Der Luftschutzbunker im Stadtteil Gebersdorf befindet sich in gutem Zustand und ist deshalb auch gefahrlos betretbar. Hinter dicken Stahltüren im Keller erstreckt sich ein ungefähr 60 Quadratmeter großer Raum. Darin riecht es modrig, von der Decke hängen viele Spinnweben, am Boden liegen ein paar alte Winterreifen – wobei letztere aber aus heutiger Zeit stammen.

"Ruhe bewahren" und "Hier befiehlt nur der Ordner" steht an der Wand. Ralf Arnold, Vorsitzender des Förderverein Nürnberger Felsengänge, erzählt, dass immer geregelt sein musste, wer in so einem Bunker die Kommandos gibt. Denn die Situation konnte schon mal brenzlig werden, wenn eine Bombe in unmittelbarer Nähe einschlug.

Bunker-Toilette für eine Ausstellung

Der Luftschutzbunker wird wohl bald Geschichte sein, denn das Umspannwerk soll im kommenden Jahr abgerissen werden. Das Unternehmen "Deutsche Reihenhaus" will auf dem rund fünf Fußballfelder großen Areal neue Wohnungen und Häuser bauen. Eine Mitarbeiterin der Firma kam auf die Idee, den Förderverein über den Bunkerfund zu informieren.

Darüber ist Ralf Arnold glücklich, denn der Verein sammelt schon seit längerem Fundstücke aus alten Bunkern. Zu dieser Sammlung kommt nun auch eine alte Toilette, die in dem Luftschutzbunker im Stadtteil Gebersdorf gefunden wurde: Ein kleiner, ungefähr ein Meter hoher Holzkasten, mit einer Öffnung in gutem Zustand.

"Bunkertoiletten waren wie Katzenklos“

Die Toilette ist mit einem Granulat ausgestattet, das geruchsneutralisierend wirkt. Sie waren also "wie Katzenklos" meint Ralf Arnold. Nach den Luftangriffen musste die Toilette dann draußen entleert werden. Auch die schwere Stahltür des Bunkers ist für die Sammlung des Vereins von Interesse. Sie muss aber vorerst im Bunker bleiben, da sie an die 500 Kilo wiegt und sich so nur schwer bewegen lässt.

Förderverein hat schon einige Fundstücke

Schon jetzt besitzt der Förderverein Nürnberger Felsengänge e.V. in der Innenstadt einige Fundstücke aus alten Luftschutzbunkern, wie zum Beispiel einen Verbandskasten oder ein Notstromaggregat aus einem Bunker in Braunschweig.

Dieses wurde auseinandergebaut und in Nürnberg dann wieder zusammengebaut, erzählt Ralf Arnold stolz. Die jetzt gefundene Bunkertoilette soll bald auch ausgestellt werden - entweder im historischen Kunstbunker in der Nürnberger Innenstadt oder bei Führungen durch die Felsengänge.

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