BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© Dominik Bartel
Bildrechte: Dominik Bartel

Die Lenggrieser Hütte im Isarwinkel ist für den Saisonstart vorbereitet.

3
Per Mail sharen

    Berghütten starten in den Corona-Sommer

    Ab Montag dürfen Hüttenbetreiber in den Bayerischen Alpen ihre Außengastronomie öffnen – sofern der Sieben-Tage-Inzidenzwert im Landkreis unter 100 stabil ist. BR24 hat sich die Vorbereitungen zum Saisonstart auf der Lenggrieser Hütte angeschaut.

    3
    Per Mail sharen
    Von
    • Sina-Felicitas Wende

    Michaela Durach kommt mit zwei Kaffeetassen und einer Wurstsemmel ans offene Fenster ihrer „Lenggrieser Hütte“. Die zwei Wanderer, die sich im Regen auf 1.338 Meter Höhe hochgewagt haben, nehmen die Stärkung dankend entgegen und setzen sich abseits der Hütte unter einen Baum. So läuft es hier seit mehreren Monaten, denn die Hütte ist auch im Winter für Skitourengeher und Schneeschuhwanderer geöffnet. Der „Fensterl-Verkauf“ wird gut angenommen. Während der Corona-Pandemie ist es die einzige Einnahmequelle für die Hüttenwirtin und ihre Familie.

    "Es ist das Beste, was wir machen können. Wir wurschteln uns dadurch. Man überlebt das irgendwie." Michaela Durach, Wirtin Lenggrieser Hütte.

    Inzidenzwerte müssen unter 100 bleiben

    Für Berghütten gelten dieselben Regeln wie für die Außengastronomie in den Ortschaften: Liegt der Sieben-Tage-Inzidenzwert im jeweiligen Landkreis fünf Tage in Folge unter 100, dürfen die Betreiber ihre Terrassen für Besucher öffnen. Allerdings nur für angemeldete Gäste, die - bei mehreren Hausständen an einem Tisch - einen negativen Coronatest vorweisen müssen.

    Am Freitag liegt der Inzidenzwert im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, zu dem die Lenggrieser Hütte gehört, bei 90,7. Ist der Wert stabil, kann Michaela Durach voraussichtlich am Mittwoch ihre Stühle und Tische rausstellen.

    Gute Aussichten für den Hochsommer

    Auf den Wiesen neben der Lenggrieser Hütte breiten sich die Schneefelder noch großzügig aus. Die Wolken hängen tief. Doch Michaela blickt schon zuversichtlich auf den Sommer. „Wir denken, dass sich ab Juli alles wieder normalisieren wird. So war es in der letzten Saison auch. Mit Abstand und Maske wird das gehen“, sagt die Hüttenwirtin.

    © Sina-Felicitas Wende
    Bildrechte: Sina-Felicitas Wende

    Hüttenwirtin Michaela Durach freut sich, bald wieder Gäste auf ihrer Lenggrieser Hütte bewirten zu können.

    Mai und Juni, so glaubt sie, werden noch keine große Veränderung bringen. Aber dann kann sich alles zum Guten entwickeln.

    DAV erwartet mehr Gäste als 2020

    Auch der Deutsche Alpenverein (DAV) ist optimistisch. Die Aussichten sind heuer deutlich besser als letztes Jahr. Die Impfungen und die Möglichkeit, zu testen, gab es bisher nicht.

    „Wir hoffen, dass wir auch wieder mehr Übernachtungsgäste beherbergen können und unserer Pflicht nachkommen, den Wanderern über Nacht Schutz zu bieten." Hanspeter Mair, DAV

    Im vergangenen Jahr lag die Auslastung im Durchschnitt bei 40 Prozent. Das soll sich 2021 ändern. Viele Hüttenwirte freuen sich auf die Saison und hoffen, dass sie die Vorgaben für eine Öffnung als Herberge erfüllen können.

    Klare Vorgaben fehlen noch

    Bisher fehlen allerdings noch die genauen Informationen. Wie eine Öffnung auf der Lenggrieser Hütte aussehen kann, weiß Michaela nicht. „Das macht mir schon Bauchschmerzen. Ich weiß noch nicht, wie das mit den Tests bei Übernachtungsgästen ablaufen soll“, sagt die Hüttenwirtin und blickt über die Wiesen. Der Regen ist stärker geworden. Heute werden wohl nur noch wenige Gäste ans Fensterl kommen. Michaela bleibt aber optimistisch: „Ich werde jedem, der uns in der Saison hier oben besucht eine schöne Zeit bescheren.“

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!