Wanderer in der Partnachklamm im Süden von Garmisch-Partenkirchen.

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Berg-Wetterberichte und Apps – Helfer oder Gefahrenquelle?

Berg-Wetterberichte und Apps – Helfer oder Gefahrenquelle?

Der Bergwetterbericht ist wichtig vor jeder Wanderung oder Bergtour. Es gibt viele Wetter-Apps, die auch Bergwetterinfos anbieten. Aber nicht alle sind zuverlässig. Und man muss die alpinen Wetterberichte richtig deuten können.

Wer zum Wandern oder Bergsteigen geht, sollte vorher einen Wetterbericht anschauen. Das gehört zur Vorbereitung dazu. Um böse Überraschungen so gut es geht zu vermeiden, können Bergwetter-Apps hilfreich sein – wenn es die richtigen sind und man sie versteht.

Vorinstallierte Apps meist ungeeignet für Bergwetter

Inzwischen gibt es zahlreiche Wetter-Apps, die auch Bergwetter-Informationen anbieten. Viele sind schon auf dem Smartphone vorinstalliert und werden daher gern genutzt.

Doch viele Nutzer haben festgestellt, dass auf vorinstallierte Apps nicht unbedingt Verlass ist. Oft erscheinen dort nur globale Aussagen, die lokal kaum eine Bedeutung haben. Und Vorhersagen, die sich auf zwei Wochen beziehen, sind sowieso unseriös.

Wetter-Wissen wichtig für Wanderer

Je höher es hinaufgehe, je länger und anspruchsvoller eine Tour, umso mehr müsse man wissen, sagt Stefan Winter vom DAV. Um gefährliche Überraschungen wie Gewitter am Berg möglichst zu vermeiden, berücksichtigt der DAV-Bergwetterbericht auch immer die Wetter-Entwicklungen im Tagesverlauf.

Tipp von Experten: Wer möglichst sicher gehen will, sollte zwei verschiedene Wetterdienste nutzen.

Alpine Vorhersage verstehen

Doch nicht alle Nutzerinnen und Nutzer beherrschen das Auswerten alpiner Wetterberichte. Um einen Bergwetterbericht zu verstehen, brauche es ein paar Vorkenntnisse, sagt Winter. Nur auf die Symbole zu schauen, reiche einfach nicht. "Ein Wetterbericht enthält eine gewisse Terminologie, so auch Wörter wie Thermik und Cumulus. Wenn man da nicht geübt ist, wird das die ein oder andere Frage aufwerfen."

Piktogramme werden normalerweise bei Wetterberichten in einer Legende erklärt. Zahlen und Skalen können interessierten Wanderern Informationen liefern, sie sind aber nicht unbedingt selbsterklärend. Wer sich damit eingehender befassen will, kann auch entsprechende Kurse beim DAV buchen, so Alpinexperte Stefan Winter.

Bergwetter beim DAV besonders beliebt

Der DAV bietet auf seiner Internetseite auch Erklärungen zu Wetter-Fachbegriffen an. Dazu gehören "Wärmegewitter", "Hochdrucklage", "Warm- und Kaltfront" und der berüchtigte "Föhn", der alle Vorhersagen auf den Kopf stellt.

Der DAV nutzt zusammen mit dem Österreichischen Alpenverein den Bergwetterbericht der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) in Innsbruck. "Die dortigen Meteorologen benützen – wenn möglich – immer ähnliche Textbausteine, die eine gewisse Automatisierung beim Nutzer bringen", sagt DAV-Experte Winter. Sie wollen durch das vertraute Vokabular leichter verständlich sein.

Der DAV hat beim Wetterbericht die meisten Aufrufe. Allein im Juli waren es rund 85.000 Nutzer, sagt Winter. Die Region südlich von München bis ins Karwendel, zur Zugspitze und ins Allgäu wurde dabei über 70.000 Mal aufgerufen.

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