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Berchtesgadener Landrat: Drastische Maßnahmen sind "sehr nötig" | BR24

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Im Berchtesgadener Land tritt ein faktischer Lockdown in Kraft. Die Zahl der Corona-Patienten in Bad Reichenhall seien deutlich gestiegen, sagt Landrat Bernhard Kern. Er hofft auf mehr Normalität nach den Herbstferien.

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Berchtesgadener Landrat: Drastische Maßnahmen sind "sehr nötig"

Landrat Bernhard Kern hat den faktischen Lockdown in seinem Landkreis als "sehr nötig" bezeichnet. Die Zahl der Corona-Patienten im Klinikum Bad Reichenhall seien deutlich gestiegen. Er hofft auf mehr Normalität nach den Herbstferien.

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Das öffentliche Leben im Berchtesgadener Land wird ab heute (20.10., 14 Uhr) drastisch heruntergefahren. Das ist leider "sehr nötig", sagt der besorgte Landrat Bernhard Kern (CSU) im Interview mit der radioWelt von Bayern 2. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Montag "Maßnahmen, die einem Lockdown entsprechen", für den Landkreis angekündigt, nachdem die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner sprunghaft auf 252 gestiegen war.

Zahl der Covid-Patienten steigt

"Ich bin tief betroffen", sagt Landrat Kern, denn nicht nur die Zahl der Infizierten steige deutlich, sondern auch die Zahl der Menschen, die mit Corona-Symptomen ins Krankenhaus eingeliefert würden. "Wir stehen in engster Verbindung mit dem Klinikum in Bad Reichenhall. Und man merkt ganz klar, dass die Zahlen im Krankenhaus steigen", so der CSU-Politiker. Dies sei auch ein Grund dafür, dass jetzt die Beschränkungen auf den Weg gebracht wurden. Kern betonte aber: "An den Grenzen der Kapazität ist das Krankenhaus in Bad Reichenhall nicht."

Gesundheit wichtiger als Tourismus

Mit Blick auf die anstehenden Herbstferien in Bayern sagte Kern: "Für den Tourismus und für die Wirtschaft ist das natürlich ein ganz extrem einschneidender Schnitt. [...] Die Herbstferien werden nicht so sein, wie wir uns das eigentlich wünschen. Mir ist das Wichtigste, dass wir die Gesundheit in den Vordergrund stellen, daher auch die Beschränkungen."

Landrat hofft auf Lockerungen in der Adventszeit

Die drastischen Maßnahmen jetzt sind nach Ansicht von Landrat Kern nötig, damit ab Ende der Herbstferien wieder mehr Normalität möglich ist. "Wir wollen einfach ganz klar Weihnachten und die anstehende Adventszeit so erleben, wie wir es uns eigentlich wünschen. Deswegen ist Gebot der Stunde, mit den Medizinern und mit den Juristen in engem Kontakt zu stehen und zu bleiben, damit wir im Berchtesgadener Land spätestens am 9. November zu Beginn der Schulzeit, [...] wieder einigermaßen normale Umstände haben für unsere Schülerinnen und Schüler."

Die geltenden Ausgangsbeschränkungen

Im Berchtesgadener Land dürfen ab 14 Uhr die Menschen ihre Wohnung nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Solche Gründe sind beispielsweise der Weg zur Arbeit, Einkäufe oder Sport im Freien. Dies aber nur alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstand. Schulen und Kitas müssen schließen, Restaurants dürfen Essen nur noch zum Mitnehmen anbieten. Die bayernweit ersten Ausgangsbeschränkungen seit Monaten gelten vorerst für 14 Tage, bis einschließlich 2. November, 24:00 Uhr.

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