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Berchtesgadener Land: Wie Landrat Grabner die Coronakrise managt | BR24

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Die letzten Wochen seiner 18-jährigen Amtszeit hat er sich anders vorgestellt - Georg Grabner (CSU), der Landrat des Berchtesgadener Landes ist als Einsatzleiter des Corona-Katastrophenstabes für die Menschen in seinem Landkreis verantwortlich.

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Berchtesgadener Land: Wie Landrat Grabner die Coronakrise managt

Die letzten Wochen seiner 18-jährigen Amtszeit hat er sich anders vorgestellt – Georg Grabner (CSU), der Landrat des Berchtesgadener Landes ist als Einsatzleiter des Corona-Katastrophenstabes für die Menschen in seinem Landkreis verantwortlich.

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Von
  • Martin Binder

Georg Grabner (68) sitzt entspannt am Besprechungstisch im Landratsamt in Bad Reichenhall. Den Stress der vergangenen Wochen merkt man ihm nicht an. Zusammen mit seinem Team der Führungsgruppe Katastrophenschutz hat er in den letzten 18 Jahren viel Erfahrung mit der Bewältigung von Katastrophen gesammelt. So gab es im Landkreis Überschwemmungen, den Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall oder die Schneekatastrophe im vergangenen Jahr. Doch die Corona-Pandemie stellt die Einsatzkräfte vor ganz neue Herausforderungen:

"Diese Situation mit dem Coronavirus ist noch mal eine ganz spezielle, das fordert einen schon enorm." Landrat Georg Grabner

Stundenlanger Einsatz auch am Karfreitag

Der tägliche Kampf gegen Corona und die Folgen verändert auch das Leben eines Landrats ganz massiv:

"Ich habe 18 Jahre nicht erlebt, dass ich keinen Termin hab. Auf der anderen Seite konzentriert sich jetzt natürlich alles auf die Abarbeitung dieser Situation." Landrat Georg Grabner

Mit dem Tagesgeschäft als Einsatzleiter im Katastrophenfall ist es in diesen Zeiten aber nicht vorbei. Georg Grabner ist immer gefordert. So gab es etwa am Karfreitag ein stundenlanges Telefonat, um eine "schwierige Situation in einem Altenheim" zu klären. "Es ist ja nicht so, wenn man aus dem Büro rausgeht und die Tür zumacht, dass dann alles erledigt ist", sagt Grabner.

Schwieriges Besuchsverbot in Alten- und Pflegeheimen

Der Landrat muss für seinen Landkreis die Vorschriften ausführen, die von der Staatsregierung zum Schutz der Bevölkerung vor Corona erlassen worden sind. Vorschriften, die das Leben der Menschen massiv einschränken. Da passiert es schon mal, dass betroffene Bürger den Landrat dafür persönlich verantwortlich machen. Etwa ein Mann, der darum kämpft, seine hochbetagten Eltern im Altenheim besuchen zu dürfen. Aber, so Grabner: "Wenn es ein Besuchsverbot gibt in den Alten- und Pflegeheimen, dann muss man das einhalten zum Schutz der Bewohner."

Kampf um Schutzkleidung

Der tägliche Kampf um genügend Schutzkleidung für das Personal der Krankenhäuser, die Sorge um die Menschen in den Altenheimen oder die Frage, wie der gebeutelten Wirtschaft im Landkreis geholfen werden kann – all das belastet den Mann an der Spitze des Landkreises, den Verantwortlichen für das Berchtesgadener Land:

"Jeden Tag gib es neue Meldungen, das ist ein Auf und Ab. Und das fordert einen nicht nur, sondern das belastet einen durchaus auch emotional. Mir geht jeder Todesfall persönlich auch nahe." Landrat Georg Grabner

Keine Feiern mehr in der Corona-Krise

Ohne Corona würde sich Georg Grabner in diesen Tagen schon auf seinen Abschied aus dem Amt als Landrat vorbereiten - nach 18 Jahren Dienstzeit. Ab 1. Mai ist er in Ruhestand. Seine offizielle Verabschiedung und die interne Feier mit den Kolleginnen und Kollegen im Landratsamt gibt es vorerst nicht. In seinem Fall nicht so schlimm, meint Grabner, aber es betrifft ja auch viele andere:

"Ich kann kein Fußballspiel besuchen, kein Trachtenverein kann sein Jubiläum feiern. Das ist jetzt alles nicht möglich. Und das ist bitter! Aber – letztendlich muss die Vernunft siegen." Georg Grabner
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Corona-PK am 13. März 2020 im Landratsamt Berchtesgadener Land in Bad Reichenhall.

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