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Schnee, Schnee und noch mal Schnee in Berchtesgaden (Symbolbild).
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Autoren

Christine Gaupp
Martin Binder
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Schnee, Schnee und noch mal Schnee in Berchtesgaden (Symbolbild).

Das Landratsamt Berchtesgaden hat am Vormittag für den südlichen Landkreis Berchtesgadener Land den Katastrophenfall festgestellt. Das betrifft den Markt Berchtesgaden, den Markt Marktschellenberg, die Gemeinden Ramsau und Schönau am Königssee sowie die Marktgemeinde Teisendorf.

Im Katastrophenfall kann Bundeswehr beim Schneeräumen helfen

Grund seien die aktuellen Störungen und Gefahren für die Bürger in den Gemeinden wie zum Beispiel die massiven Schneelasten auf Dächern und Bäumen. Außerdem können jetzt Einsatzkräfte besser koordiniert werden – vor allem die Bundeswehr kann mit ihrem schweren Gerät beim Räumen mithelfen.

Wegen des vielen Schnees sind im Berchtesgadener Land zahlreiche Verkehrswege gesperrt. Auch Linienbus- und Bahnlinien sind betroffen. Wie das Landratsamt weiter mitteilt, fällt heute an allen Schulen im Landkreis der Unterricht aus – auch morgen. Eine Betreuung der Schüler sei aber gewährleistet.

Lage im Berchtesgadener Land verschärft sich weiter

Als Resumee des Tages stellte das Landratsamt am Donnerstag fest: "Die Lage im südlichen Landkreis Berchtesgadener Land hat sich weiter verschärft", so Andreas Bratzdrum, der Sprecher des Landratsamtes am Abend zum Bayerischen Rundfunk. Von der Bundeswehr seien weitere 100 Einsatzkräfte angefordert worden, insgesamt kommen dann 200 Helfer alleine der Bundeswehr zum Einsatz. Auch die Zahl der Dächer, die geräumt werden müssen, hat sich von 200 auf etwa 250 erhöht.

Den ganzen Tag über waren die Helfer der Feuerwehren aus der Region, des THW und der Bundeswehr im Einsatz, um tief verschneite Dächer vom Schnee zu befreien, darunter auch das Dach der Fahrzeughalle der Berchtesgadener Feuerwehr. Es ist eine mühsame und gefährliche Arbeit, die laut LRA-Sprecher Bratzdrum noch Tage dauern kann.

Mit Einbruch der Dunkelheit wurden die Arbeiten eingestellt, morgen geht es weiter: Über Nacht bleibt eine Bereitschaft der Feuerwehr und der örtlichen Einsatzeitung im Dienst.

Landkreis Miesbach: Lage weiter angespannt

Auch am vierten Tag bleibt der Katastrophenfall im Kreis Miesbach bestehen. Die Lage sei weiter angespannt, teilt das Landratsamt Miesbach mit, alle Einheiten würden aber weiterhin effektiv zusammenarbeiten, sodass das große Chaos bisher ausgeblieben sei.

Die Einsatzkräfte seien aber weiter durch den starken Schneefall und die Schneeverwehungen gefordert: querstehende Lkw, Autos rutschten in Leitplanken. Bisher seien aber keine Menschen schwerer verletzt worden. Dächer vieler öffentlicher Gebäude, zum Beispiel Sporthallen, seien bereits gestern vorsorglich geräumt worden. Dennoch werden sie heute noch einmal von einem Sachverständigen geprüft.