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Drastische Corona-Einschränkungen im Berchtesgadener Land | BR24

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Wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen gelten im Berchtesgadener Land ab Dienstag, 14 Uhr, für zwei Wochen Ausgangsbeschränkungen. Schulen und Kitas müssen schließen, Veranstaltungen werden verboten, auch Restaurants dürfen nicht öffnen.

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Drastische Corona-Einschränkungen im Berchtesgadener Land

Wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen gelten im Berchtesgadener Land ab heute (20.10., 14 Uhr) für zwei Wochen Ausgangsbeschränkungen. Schulen und Kitas müssen schließen, Veranstaltungen werden verboten, auch Restaurants dürfen nicht öffnen.

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Lockdown im Berchtesgadener Land: Wegen des starken Anstiegs der Corona-Zahlen wird das öffentliche Leben in dem oberbayerischen Landkreis heruntergefahren. Ab heute 14 Uhr gelten Ausgangsbeschränkungen, wie die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Landrat Bernhard Kern (beide CSU) ankündigten.

Demnach darf die eigene Wohnung nur noch "bei Vorliegen triftiger Gründe" verlassen werden - beispielsweise für den Weg zur Arbeit, für Einkäufe oder für Sport im Freien. Dies aber nur alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands, wie Landrat Kern sagte. Die "Daumenschrauben" müssten nun angezogen werden.

Die bayernweit ersten Ausgangsbeschränkungen seit Monaten gelten vorerst für 14 Tage, bis einschließlich 2. November, 24:00 Uhr.

Verbot von Veranstaltungen, Lokale geschlossen

Veranstaltungen jeglicher Art würden untersagt, nur Gottesdienste seien davon ausgenommen, sagte der Landrat. Alle Freizeiteinrichtungen müssten schließen - von Bädern über Kinos, Theatern und Museen bis hin zu Fitnessstudios sowie Sport- und Spielplätzen.

Restaurants bleiben den Angaben zufolge zu - ebenso Biergärten. Speisen zum Mitnehmen können bis 20.00 Uhr angeboten werden. Hotels dürfen nur noch Geschäftsreisende aufnehmen. Der Einzelhandel und Dienstleistungsbetriebe haben weiter ganz normal geöffnet.

Schulen und Kindergärten bleiben zu

Auch Schulen und Kindergärten werden laut Kern geschlossen. Es werde lediglich eine Notbetreuung geben. Wer im Berchtesgadener Land wohne, dürfe auch keine Einrichtung außerhalb des Landkreises besuchen.

In Kliniken, Alten- und Pflegeheimen gibt es strikte Besuchsverbote. In bestimmten Orten gilt nach Angaben des Landrats zwischen 6 und 23 Uhr eine Maskenpflicht auf belebten öffentlichen Plätzen.

Huml appelliert an Bürger im Berchtesgadener Land

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte bereits Montagmittag ein umfassendes Maßnahmenpaket angekündigt, das einem Lockdown entspreche. "Anders geht es nicht", sagte Söder nach einer Schalte des CSU-Vorstands in Nürnberg. Die Kontakte der Infizierten könnten dort nicht mehr verfolgt werden. "Also müssen Kontakte fundamental beschränkt werden", sagte der CSU-Chef.

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) appellierte an die Bürger im Berchtesgadener Land, bei den neuen Maßnahmen mitzuziehen. In der Rundschau im BR Fernsehen betonte Huml, der Lockdown sei nun wichtig, damit die Corona-Zahlen wieder heruntergehen und es nicht zu einer Überlastung des Gesundheitswesens komme. Die Beschränkungen dienten dazu, die Situation wieder in den Griff zu bekommen, da das Ausbruchsgeschehen nicht genau eingrenzbar sei, etwa auf eine Familienfeierlichkeit oder einen Erntebetrieb.

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Mit Ausgangsbeschränkungen soll die Ausbreitung von Corona im südlichsten bayerischen Landkreis eingeschränkt werden. Ministerin Huml rief alle Bürger auf, die Auflagen ernst zu nehmen und mitzuhelfen, die Inzidenzwerte wieder zu drücken.

Sieben-Tage-Inzidenz klettert auf 272,8

Nach Angaben von Ministerin Kaniber am Montag liegt im Landkreis aktuell die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 272,8. Alleine seit Sonntag habe es 57 Neuinfektionen gegeben. Das Robert Koch-Institut hatte am Montag (Stand: 00.00 Uhr) für den Landkreis noch eine Sieben-Tage-Inzidenz von 252,1 gemeldet - das war zunächst ein bundesweiter Höchstwert. Als Grenzwert gelten deutschlandweit 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen.

Insgesamt werden kritische Corona-Werte derzeit in mehr als der Hälfte des Freistaats überschritten. In den betroffenen Städten und Landkreisen gelten unter anderem eine schärfere Maskenpflicht auch am Arbeitsplatz, strikte Kontaktbeschränkungen und eine Sperrstunde in der Gastronomie.

💡 Warum gibt es Abweichungen in den Inzidenzzahlen?

Die 7-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Infektionen pro 100.000 Einwohner im Verlauf der vergangenen sieben Tage festgestellt wurden.

Die bayerischen Gesundheitsämter melden ihre aktuellen Zahlen täglich an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Das LGL wiederum meldet an das Robert-Koch-Institut (RKI).

Durch den Meldeprozess kommt es zu kleinen Verzögerungen und zeitweise unterschiedlichen Zahlenangaben. So ist es möglich, dass eine Institution noch eine ältere Inzidenzzahl online ausweist, während an anderer Stelle bereits neuere Zahlen bekannt gegeben werden.

Ob strengere Beschränkungen in Kraft treten, richtet sich laut bayerischem Gesundheitsministerium immer nach dem höheren Wert. (Erklärt von Heike Westram, BR Wissen)

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