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Nach Belästigungsvorwürfen: Ärger in Euerbach | BR24

© Patrick Obrusnik/BR-Mainfranken

In Euerbach haben sich mehrere Frauen von Asylbewerbern aus dem nahe gelegenen Ankerzentrum belästigt gefühlt und an die Gemeinde gewandt. Die Polizei hat keine Hinweise auf strafrechtlich relevantes Verhalten - verstärkt aber ihre Präsenz vor Ort.

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Nach Belästigungsvorwürfen: Ärger in Euerbach

In Euerbach haben sich mehrere Frauen von Asylbewerbern aus dem nahegelegenen Ankerzentrum belästigt gefühlt und an die Gemeinde gewandt. Das schreibt Bürgermeister Arnold auf der Gemeindehomepage. Die Polizei sieht das anders.

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Ein Eintrag auf der Internetseite der Gemeinde Euerbach (Lkr. Schweinfurt) sorgt derzeit für Diskussionen in den sozialen Netzwerken. Laut Bürgermeister Arthur Arnold (CSU) hatten sich "mehrere Frauen" an die Gemeinde gewandt, weil sie von Asylbewerbern des benachbarten Ankerzentrums "bedrängt oder bedroht" worden waren.

Die Polizei stellte aber keine akuten Bedrohungen fest.

Bürgermeister: Frauen hätten ungutes Gefühl beim Einkaufen

Am 30. August stellte der Euerbacher Bürgermeister den Text auf die Homepage seiner Gemeinde. Darin beschreibt er, dass Asylbewerber aus dem benachbarten Ankerzentrum in Geldersheim die Geschäfte im Gewerbegebiet von Euerbach zum Einkaufen nutzten. Dabei sei es zu Vorkommnissen gekommen. "In der jüngsten Vergangenheit wurden vor allem Frauen von Asylbewerbern angesprochen und bedrängt oder bedroht. Mehrere Frauen haben sich deshalb an die Gemeinde gewandt", heißt es auf der Homepage der Gemeinde.

Die Polizei hätte "die jüngsten Vorkommnisse zum Anlass genommen, ihre Präsenz vor Ort zu verstärken", heißt es weiter. Die Bevölkerung werde zudem gebeten, "bei Bedrohungs- oder Gefährdungssituationen die Polizei zu verständigen". Die Beamten würden dann feststellen, ob eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat vorliege und "weitere Schritte" einleiten.

Polizei sind keine Übergriffe bekannt

Auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks bestätigte das Polizeipräsidium Unterfranken lediglich neun Diebstahldelikte im Gewerbegebiet von Euerbach. Von Bürgern seien keine Mitteilungen über Straftaten von Asylbewerbern eingegangen.

Fünf Privatpersonen, die Mitteilungen an die Gemeinde gemacht hatten, wurden von der Polizei kontaktiert. Laut Mitteilung der Polizei ergab sich dabei aber kein Hinweis auf strafrechtlich relevantes Verhalten. "Vielmehr ging es auch hier um die Problematik Alkohol, Lärm und Verunreinigung durch Zuwanderer." Ferner erklärte die Polizei, "die objektive Sicherheitslage stimme nicht immer mit dem subjektiven Empfinden der Menschen überein" – die Sicherheit in Euerbach sei "gewährleistet".

Bürgermeister will Befürchtungen sehr ernst nehmen

Bürgermeister Arnold verteidigte seinen Homepage-Eintrag gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Er nehme die Befürchtungen der Bevölkerung sehr ernst und habe darauf reagiert. Der Eintrag sei "in Absprache mit der Polizei" entstanden: "Die Polizei begleitet uns und kümmert sich. Sie ist präsent, um dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung zu entsprechen." Dass es sich nicht um tatsächliche Bedrohungen, sondern nur um subjektive Wahrnehmungen einiger Bürger handele, sei möglich. Die Polizei habe ihm ihre Ergebnisse aber noch nicht mitgeteilt, daher habe er den Eintrag auch nicht verändert.