BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Beliebte Allgäuer Berge – Ranger in Sorge um Wildtiere | BR24

© BR / Katharina Reichart
Bildrechte: BR / Katharina Reichart

Für die Nagelfluhkette stellen sich die Naturpark-Ranger vor dem Winter auf viele Touristen ein

7
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Beliebte Allgäuer Berge – Ranger in Sorge um Wildtiere

Schon im Sommer war in den Allgäuer Bergen viel los – was nicht zuletzt zu überfüllten Parkplätzen und Gedränge auf den Gipfeln führte. Jetzt steht die Wintersaison vor der Tür, die den Rangern im Naturpark Nagelfluhkette einige Sorgen bereitet.

7
Per Mail sharen
Von
  • Katharina Reichart
  • Kilian Geiser

Deutlich mehr Touristen als in früheren Jahren erwarten die Ranger im Naturpark Nagelfluhkette in diesem Winter. Für die Wildtiere in den Bergen könnte der zusätzliche Andrang wegen der Corona-Pandemie zur Gefahr werden. Schon im vergangenen, schneearmen Winter hätten sich viele Skitourengeher und Schneeschuhwanderer auf wenigen, gut erreichbaren Gipfeln getummelt, zum Beispiel auf dem bekannten Riedberger Horn oder auf dem Siplinger Kopf. Selbst bei stürmischem Wetter oder an Tagen mit schlechter Schneelage seien 20 bis 25 Leute gleichzeitig auf dem Gipfel gewesen, sagt Naturpark-Rangerin Theresa Hilber.

Grenzschließung und Reisewarnung als Worst Case für Allgäuer Gipfel

Heuer könnte sich der Trend noch verstärken, erwartet Rangerin Hilber. Als "Worst Case" bezeichnet sie das Szenario einer Schließung der deutsch-österreichischen Grenze oder einer länger andauernden Reisewarnung für das Nachbarland. Wegen dieser könnten Wanderer nicht einfach wie gewohnt über die Grenze und zurück. "Dann ballt sich hier alles auf kleinstem Raum", macht sich Hilber Sorgen.

© Abendschau – Der Süden
Bildrechte: BR / Katharina Reichart

Schon im Frühjahr und Sommer war in den Bergen viel los und genau das könnte sich im Winter wiederholen bzw. sogar noch verstärken. Das befürchten zumindest die Allgäuer Naturpark-Ranger. Und bereiten sich darauf vor

Hinweistafeln sollen Schutzraum gefährdeter Tiere kennzeichnen

Hilber und ihr Ranger-Kollege Florian Heinl wollen gut vorbereitet sein und planen, wie Besucher gezielt gelenkt werden können, damit möglichst naturverträglich Sport getrieben werden kann. Am Siplinger Kopf wurde vom Deutschen Alpenverein ein neues Wald-Wild-Schongebiet ausgewiesen, das den sensiblen Lebensraum von Birkhühnern besser schützen soll. Die Ranger stellen hier Hinweistafeln auf, um so Wintersportler fernzuhalten und auf andere Routen zu lotsen. Ein kurzer Text über den sensiblen Lebensraum der Tiere auf der Tafel erklärt, warum es hier besser nicht weitergeht. Die Ranger appellieren damit an die Einsicht der Wintersportler. "Wenn wir nur sagen: 'Stopp. Hier darf man nicht rein'– dann glaub ich, dass es nicht so gut funktionieren würde", sagt Ranger Florian Heinl.

Ranger suchen Kontakt zu Wintersportlern – auch an den Feiertagen

Max Löther, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Naturparks, erklärt, man informiere, wo es nur gehe, über naturverträgliches Verhalten am Berg – etwa auf Tourportalen im Internet und in sozialen Medien. Parallel werden die Ranger in dieser Saison am Riedberger Horn und auf den anderen Bergen im Naturpark viel unterwegs sein, um den direkten Kontakt zu Wintersportlern zu suchen – auch an Weihnachten und Silvester.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

Sendung

Mittags in Schwaben

Von
  • Katharina Reichart
  • Kilian Geiser
Schlagwörter