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Beleidiger verurteilt: Viel Zuspruch für Feuerwehr Waldaschaff | BR24

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Ein Autofahrer hat Feuerwehrleute aus Waldaschaff während eines Einsatzes als "faule Schweine" beschimpft. Ein Gericht verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe. Feuerwehrmann Jonathan Büttner, der damals mit dabei war, begrüßt das Urteil.

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Beleidiger verurteilt: Viel Zuspruch für Feuerwehr Waldaschaff

Ein Autofahrer hat Feuerwehrleute aus Waldaschaff während eines Einsatzes als "faule Schweine" beschimpft. Nun ist er wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Und die Feuerwehr in Waldaschaff wird dafür im Netz gefeiert.

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"Wir sind überwältigt. Der positive Zuspruch treibt uns an", sagt Jonathan Büttner. Als sogenannter First Responder der Freiwilligen Feuerwehr aus Waldaschaff in Unterfranken war er im Einsatz, als der Verurteilte die Feuerwehrleute anpöbelte.

Beleidigung der Feuerwehr als "unfreundliche, faule Schweine"

Schon im Stau an der Unfallstelle auf der A3 fiel der Autofahrer den Feuerwehrleuten auf, weil er wild gestikulierte. Ihm gingen die Aufräumarbeiten nach einer Massenkarambolage auf der A3 mit sechs Verletzten im vergangenen März nicht schnell genug. Als er dann an der Unfallstelle vorbeifuhr, beleidigte er die Feuerwehrler durch das offene Autofenster als „unfreundliche, faule Schweine“.

 "Das hätte man verbucht unter allgemeine schlechte Laune oder Frust, dass er so lange im Stau stand. Aber auf Facebook hat er dann noch mal kräftig nachgetreten unter unserem Einsatzbericht", berichtet Jonathan Büttner.

Post auf der Facebook-Seite mehr als tausendmal geteilt

Doch nicht nur Facebook-Nutzer empörten sich, sondern auch die Justiz interessierte sich für den Fall. Das Amtsgericht Gemünden verurteilte nun den pöbelnden Autofahrer wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 2.000 Euro. Die Veröffentlichung des Richterspruchs auf der Facebook-Seite der Feuerwehr Waldaschaff rief erneut hunderte Reaktionen hervor und wurde über tausendmal geteilt.

Im Original Facebook-Post heiß es:

"Am Unfallort bzw. an der Ausleitung von der Autobahn wies ein aufgebrachter PKW-Fahrer einen Feuerwehrmann zurecht, er und seine Kameraden wären doch "faule Säue" und er soll zusehen, dass die Autobahn wieder frei wird. Sofort wurde ein Polizist darauf aufmerksam und nahm die Feuerwehr in Schutz. Er bot dem Fahrer an, mitzuhelfen, wenn es ihm nicht schnell genug gehe. Kurze Zeit später postet er unter unseren Einsatz-Bericht unter anderem "Idioten... übrigens die Feuerwehrleute sind unfreundliche, faule Schweine, das sei mal festzuhalten! 😡". Heute erreichte uns über die Polizei die Meldung, dass der Autofahrer zu einer Geldstrafe in Höhe von 2.000,- verurteilt worden ist."

Besser Sozialstunden bei der Feuerwehr statt Geldstrafe

"Jetzt hat man ein Urteil gefällt, was hoffentlich eine abschreckende Wirkung hat. Es ist schon ein positives Gefühl, dass man die Feuerwehr unterstützt und man uns Solidarität bekundet. Das ist ein positives Zeichen, dass es nicht nur die Leute gibt, die aus der Reihe tanzen und gegen die Einsatzkräfte auftreten, sondern dass da auch viel Zuspruch herrscht."

Allerdings hätte Büttner statt einer Geldstrafe für den Verurteilten Sozialstunden bei der Feuerwehr sinnvoller gefunden. Dabei hätte er den Alltag und die Aufgaben der Feuerwehr kennengelernt und vielleicht auch die Hintergründe verstanden, warum die Einsatzkräfte eine Autobahn sperren oder warum sich Aufräumarbeiten in die Länge zieht, findet Büttner.

Nicht die erste Welle der Sympathie für Feuerwehr Waldaschaff

Die Feuerwehr Waldaschaff bekommt nicht das erste Mal eine solche Welle der Sympathie. Denn bereits im November 2017 sorgte sie für Schlagzeilen, nachdem ein Mitglied auf der A3 bei einem tödlichen Lkw-Unfall zum Feuerwehrschlauch griff und vorbeifahrende Gaffer abspritzte.

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Autor
  • Nadja Stempel
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