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Bildrechte: BR/Julia Müller

Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) will in der Pandemie die Beratungsangebote für Familien stärken. So sollen im nächsten Jahr bis zu 70.000 Familien Hilfe bei Erziehungsproblemen bekommen können.

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Corona-Krise: Bayern stockt Erziehungsberatung auf

Die Corona-Pandemie hat viele Familien an ihre Belastungsgrenze gebracht. Streit und Stress haben zugenommen. Hilfe gibt es bei Erziehungsberatungsstellen. Doch die sind überlastet. In Bayern sollen sie nun personell ausgebaut werden.

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Von
  • BR24 Redaktion

Zur Förderung von besonders belasteten Familien will Bayern seine Erziehungsberatungsstellen personell verstärken. Das Kabinett hat beschlossen, dass bis 2022 90 zusätzliche geförderte Stellen geschaffen werden sollen. Zudem soll ein von Bayern initiiertes, länderübergreifendes Projekt der virtuellen Beratung ab 2022 mit zusätzlichen 50.000 Euro gefördert werden.

Kinder leiden besonders unter Corona-Pandemie

"Es ist wichtig, die Jugendlichen und ihre Familien sehr gut zu unterstützen, auch außerhalb der Schulen", sagte Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) nach der Kabinettssitzung. Kinder und Jugendliche seien von den Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders betroffen. Zugleich leisteten sie durch das Einhalten von Beschränkungen und Hygienemaßnahmen einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie.

Kampagne zur besseren Vernetzung geplant

Trautner betonte, dass zudem im Herbst 2021 ein gemeinsam mit dem Bayerischen Jugendring initiierter digitaler Hackathon stattfinden soll, um neue Kontakt- und Partizipationsformate im digitalen Raum zu erarbeiten. Ausgewählte, dort erarbeitete Projekte werden mit einem Jugendbudget von einer Million Euro umgesetzt und gefördert.

Ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Jugendring solle auch eine Reaktivierungs- und Wertschätzungskampagne entwickelt werden. Um den direkten Dialog, sowie die Beteiligung und Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen weiter zu stärken, werde eine Website konzipiert, die einen Überblick über bestehende Möglichkeiten gebe und Akteure besser vernetze. Auch die Jugendsozialarbeit an Schulen solle ausgebaut werden, um sozial benachteiligte junge Menschen gezielte Hilfestellungen zu geben.

BR-Umfrage bei bayerischen Jugendämtern: Mehr Beratungsbedarf

Rund 70.000 Familien erhalten jährlich Unterstützung durch eine der bayerischen Erziehungsberatungsstellen. 180 solcher Einrichtungen gibt es. Pädagogen, Psychologen und anderes Fachpersonal bieten dort kostenlos und niederschwellig Gespräche an. Der Freistaat unterstützt die Beratungsstellen finanziell.

Viele können aber der enormen Nachfrage von überlasteten Familien nicht gerecht werden. Das bestätigen auch bayerische Jugendämter auf BR-Anfrage. Allein das Münchner Sozialreferat verzeichnet einen Anstieg der Anmeldungen bei den Erziehungsberatungsstellen von bis zu 20 Prozent. Der Bedarf sei deutlich gestiegen, schreibt auch das Zentrum Bayern Familie und Soziales dem BR. Zudem warnen Beratungsstellen: Nur weil es immer mehr Lockerungen gebe, seien die Probleme der Familien nicht vom Tisch. Hinzukommt: Die Wartezeit auf einen Platz ist aktuell lang.

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