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Belästigungsvorwürfe in Lauingen: Lehrerverband nimmt Stellung | BR24

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Nach dem BR-Bericht über Hinweise auf Grenzüberschreitungen von Lehrern in Lauingen hat BLLV-Präsidentin Fleischmann Stellung genommen. Im Bayern3-Interview fordert sie ein professionelles Nähe-Distanz-Verhältnis.

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Belästigungsvorwürfe in Lauingen: Lehrerverband nimmt Stellung

Die Belästigungsvorwürfe gegen vier Lehrer des Lauinger Gymnasiums sorgen für Diskussionen. Die Präsidentin des Bayerischen Lehrerverbands fordert im BR-Interview ein "professionelles Distanz-Nähe-Verhältnis". Auch BR24-Nutzer bewegt das Thema.

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Haben Lehrer am Lauinger Gymnasium im Umgang mit Schülern Grenzen überschritten? Ehemalige und jetzige Schüler haben dem BR von Alkoholexzessen und einem fragwürdigen Verhalten der Pädagogen in Online-Netzwerken berichtet. Jetzt hat der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband reagiert. Verbandspräsidentin Simone Fleischmann spricht sich im BR-Interview für ein "professionelles Distanz-Nähe-Verhältnis" aus.

"Gesunder Menschenverstand" ist gefragt

Nach ihren Worten hängt der richtige Umgang davon ab, wie alt die Schüler sind. Beispielsweise komme es vor, dass Kinder in der ersten oder zweiten Klasse bei Ganztagsbetreuung die Lehrerin auch mal duzten oder sich auf den Schoß der Lehrerin setzen wollten. Es sei aber etwas Anderes, so Fleischmann, wenn etwa eine Schülerin der Jahrgangsstufe sieben oder acht eine körperliche Nähe zu einem Lehrer habe: "Das sagt der gesunde Menschenverstand."

Freundschafts-Anfragen von Schülern zurückweisen

Glücklicherweise seien Fälle wie in Lauingen selten. Die meisten Lehrer hätten "das Herz am rechten Fleck" und spürten genau, welche Grenzen sie nicht überschreiten sollten. Einen privaten Umgang zwischen Schülern und Lehrern in Online-Netzwerken sieht die BLLV-Präsidentin kritisch. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf einen Leitfaden des bayerischen Kultusministeriums. Demnach seien etwa Freundschafts-Anfragen von Schülern zurückzuweisen.

Elternbeirat in Lauingen fordert Aufklärung

Auch die Elternbeiratsvorsitzende am Lauinger Gymnasium, Monika Kogge, hat auf die Belästigungsvorwürfe gegen Lehrer reagiert. Sie verlangt, die Sache lückenlos aufzuklären. Sie sei erschüttert von dem, was sie jetzt erfahren habe. Kogge verweist aber auch darauf, dass die Unschuldsvermutung gelte, solange nichts bewiesen sei. "Mir liegt daran, da Licht hineinzubringen, die Wahrheit herauszubringen", so Kogge im BR-Gespräch.

Diskussion unter BR24-Nutzern

Unter BR24-Nutzern gehen die Meinungen auseinander. Manche halten die Sache für "aufgebauscht" und rufen dazu auf, "die Kirche im Dorf zu lassen". Ein anderer User schreibt: "Ich kann über die Verharmlosung der Kommentare nur den Kopf schütteln. Meiner Meinung nach liegt hier Machtmissbrauch vor."

Schulleitung nimmt Vorwürfe "sehr ernst"

Schulleiterin Iris Eberl sagte dem BR, sie nehme die Anschuldigungen "sehr ernst, denn das Wohl der mir anvertrauten Schülerinnen und Schüler hat für mich absolute Priorität". Zu Vorfällen aus der Vergangenheit könne sie zwar nichts sagen, da sie erst seit fünf Monaten Direktorin der Schule sei. Sie werde sich aber für eine "konsequente Aufklärung in dieser Sache einsetzen". Vom BR für eine Stellungnahme angefragte Lehrer reagierten nicht.

Belästigungsvorwürfe gegen Lehrer an Gymnasium in Lauingen

Insgesamt gibt es diverse Vorwürfe gegen vier Lehrer am Lauinger Gymnasium, die Schülerinnen und Schüler in unterschiedlicher Weise zu nahe getreten sein sollen. Das berichten mehrere Schüler und Ehemalige unterschiedlichen Alters. Von unseren Quellen liegen uns eidesstattliche Erklärungen vor.