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Belästigungsvorwürfe gegen Lehrer: Politik und Justiz reagieren | BR24

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Die Landespolitik reagiert auf die BR-Recherchen zum Fehlverhalten von Lehrern an einem Lauinger Gymnasium: Die Forderungen reichen von Aufklärung bis zu Kommunikationsalternativen.

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Belästigungsvorwürfe gegen Lehrer: Politik und Justiz reagieren

Landespolitik, Polizei und sogar die Staatsanwaltschaft: Die BR-Recherchen zum Fehlverhalten von Lehrern an einem Lauinger Gymnasium beschäftigen inzwischen Politik und Justiz. Die Forderungen reichen von Aufklärung bis zu Kommunikationsalternativen.

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Nach den Vorwürfen der Grenzüberschreitung an einem Lauinger Gymnasium fordern bayerische Landtagspolitiker klare Regeln für den Umgang zwischen Schülern und Lehrern, insbesondere für den Kontakt in sozialen Medien.

Diskussion um Distanz

Dem Bayerischen Rundfunk sagte der schwäbische CSU-Abgeordnete Peter Tomaschko, neben der Prüfung der Vorwürfe müsse diskutiert werden, wie der Umgang zwischen Lehrern und Schülern in den sozialen Medien geschehen solle. Wörtlich sagte das Mitglied des Bildungsausschusses: "Da ist es noch mal wichtig, dass man gezielt darauf hinweist, dass auf eine gewisse Distanz zwischen Lehrer und Schüler in den sozialen Netzwerken zu achten ist". Hier seien die Empfehlungen des Kultusministeriums eindeutig, so Tomaschko.

Eigene Plattform für Schüler-Lehrer-Kommunikation

Der schwäbische Abgeordnete Max Deisenhofer, Bildungsexperte der Grünen, forderte ein eigenes staatliches Portal, auf dem Schüler offiziell mit Lehrern kommunizieren könnten. Wichtig sei dieser offizielle Kanal als Alternative zu den bisherigen sozialen Medien, damit klar werde, "hier findet der professionelle Dialog zwischen den Lehrerinnen und Lehrern auf der einen Seite, und den Schülerinnen und Schülern auf der anderen Seite statt", so Deisenhofer.

Schulen sollen Regeln für soziale Medien festlegen

Die schwäbische SPD-Bildungsexpertin Simone Strohmayr sprach sich für Regeln im Umgang zwischen Lehrern und Schülern in sozialen Medien aus, die von der Schulfamilie selbst festgelegt werden sollten: "Wir unterhalten uns meinetwegen auf Threema oder Whatsapp, machen solche Gruppen auf, da könnt Ihr Eure Lehrer zu diesen oder jenen Zeiten erreichen, dann ist das ein professioneller Umgang", so Strohmayr wörtlich. Die SPD-Abgeordnete warnte vor ständigem Kontakt zwischen Schülern und Lehrern über soziale Medien.

Kommunikation reflektieren

Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Matthias Fischbach, äußerte sich ähnlich. Grundsätzlich sollten sich die Lehrkräfte über die nötige Distanz zu Schülerinnen und Schülern bewusst sein und auch unabhängig vom Ausgang der strafrechtlichen Ermittlungen das eigene Verhalten regelmäßig reflektieren, sagte der Abgeordnete. Er warnte aber vor übereilten Schlussfolgerungen, solange die Staatsanwaltschaft nicht die Ermittlungen abgeschlossen und die Schulleitung vor Ort mit den Betroffenen für Aufklärung jenseits von strafrechtlichen Fragen gesorgt habe.