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Das Oberallgäu bekommt ein 100-Euro-Jahresticket | BR24

© Steffen Armbruster

Erst Augsburg mit einer Flatrate für den Öffentlichen Nahverkehr, jetzt auch der Landkreis Oberallgäu. Dort hat es am Morgen eine Sondersitzung des Kreistags gegeben - und der hat ein günstiges Ticket beschlossen.

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Das Oberallgäu bekommt ein 100-Euro-Jahresticket

Bus und Bahn sollen attraktiver werden - da sind sich die meisten einig. Bayernweit ist ein 365-Euro-Ticket im Gespräch. Im Oberallgäu wird es von kommendem Jahr an ein 100-Euro-Jahresticket geben - das hat der Kreistag beschlossen.

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Der Kreistag hat es einstimmig beschlossen - von kommendem Jahr an können die Bürgerinnen und Bürger im Oberallgäu für 100 Euro Bus und Bahn nutzen. Damit will der Landkreis erreichen, dass mehr Menschen ihr Auto stehen lassen und auf den Öffentlichen Personennahverkehr umsteigen.

Finanzierung noch nicht klar

Nach Angaben eines Gutachters wird das 100-Euro-Jahresticket den Landkreis mindestens eine Million Euro kosten - es dürfte aber sogar noch deutlich teurer werden. Der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz rechnet mit Kosten von rund 1,3 Millionen Euro bis 1,4 Millionen Euro. Deswegen soll der Beschluss des Kreistags jährlich überprüft werden.

Stadt Kempten: "Vorschlag nicht zielführend"

Der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz (CSU) hofft, dass auch der Nachbarlandkreis, das Ostallgäu sowie die kreisfreie Stadt Kempten mit an Bord kommen. Klotz gab aber zu, dass der Stadtverkehr separat zu betrachten sei. In einer Stellungnahme bezeichnete die Stadt Kempten den Vorschlag des 100-Euro-Tickets allerdings als nicht zielführend. Ein solches Ticket sei nur mit Beteiligung der Bahn attraktiv. Wörtlich hieß es: „Bezüglich der Initiative zu einem 100-Euro-Ticket ist klar festzustellen, dass es bis heute keinen konkreten Austausch zwischen dem Landkreis und der Stadt auf fachlicher Ebene gegeben hat.“ Auch ein vom Landkreis in Auftrag gegebenes Gutachten liege Kempten nicht vor, hieß es.

Begeisterung beim Minister, Zurückhaltung bei der Kollegin

Bayerns Verkehrsminister Hans Reichart zeigte sich hingegen begeistert: „Ich finde es eine gute Idee. Weil wir brauchen am Schluss beides: Wir brauchen einerseits den Takt, der passen muss, aber wir brauchen auch den Tarif. Nahverkehr muss bezahlbar sein und deshalb finde ich das eine gute Idee.“ Maria Rita Zinnecker, Landrätin des Nachbarlandkreises Ostallgäu, ist eher skeptisch, was das 100-Euro-Ticket angeht: „Der Kollege Klotz versucht eine Lösung im Oberallgäu. Ob es sinnvoll ist, dass es an der Stadtgrenze von Kempten aufhört, das müssen die Oberallgäuer ÖPNV-Nutzer dann selber entscheiden. Langfristig brauchen wir ein übergreifendes Modell.“

Augsburg setzt auf Mobilitäts-Flatrate

Mit der Entscheidung im Allgäu könnte die Diskussion über einen Ausbau von Bus und Bahn erneut an Fahrt gewinnen. Erst zu Monatsbeginn haben die Augsburger Stadtwerke eine Mobilitäts-Flatrate eingeführt. Sie beinhaltet Fahrten mit Bus, Straßenbahn, Leihrädern und Carsharing-Autos zu einem monatlichen Festpreis. Die Augsburger Stadtwerke setzen darauf, mit dem Angebot mehr Menschen vom öffentlichen Nahverkehr zu überzeugen.

Bayernweit 365-Euro-Ticket für Schüler und Azubis geplant

Auch auf Landesebene spielen Pläne für eine Verkehrswende eine große Rolle. Die bayerische Staatsregierung hat ein 365-Euro-Ticket für Auszubildende und Schüler in Ballungsgebieten auf den Weg gebracht. Davon könnten fast eine Millionen junge Menschen profitieren. Das Ticket soll in den Großräumen Augsburg, München, Nürnberg/Fürth/Erlangen, Regensburg, Ingolstadt und Würzburg eingeführt werden.