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Ein Schild, das keinesfalls ignoriert werden sollte: Wildwechsel!
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Christian Eisele
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Ein Schild, das keinesfalls ignoriert werden sollte: Wildwechsel!

Meist sieht man am Straßenrand nur ein kurzes Aufflackern von roten Augen oder einen Schatten – und oft ist es dann schon zu spät: Im Schnitt kracht es in Bayern 200-mal pro Tag, wenn sich Wild und Verkehr in die Quere kommen. Für die Tiere endet das meist tödlich, doch auch über 500 Auto- und Motorradfahrer wurden im vergangenen Jahr verletzt.

Wie lassen sich Wildunfälle vermeiden?

Das Problem ist, dass es als Autofahrer wirklich schwierig einzuschätzen ist, wo das Wild eine Straße kreuzt. Rehe tauchen nicht nur am Waldrand oder nur auf Lichtungen auf – man muss jederzeit damit rechnen. Das kann also auch eine scheinbar harmlose Stelle an der Landstraße sein.

Deshalb lautet der wichtigste Tipp von Jäger Thomas Schreder, der sein Revier in der Nähe von Moosburg hat: Sobald das "Wildwechsel"-Schild in Sicht ist, runter vom Gas! Steht plötzlich ein Wild auf der Straße: auf keinen Fall hektisch ausweichen, sondern bremsen, aber die Lenkung festhalten – und im Zweifelsfall das Tier überfahren. Das sei immer noch besser, als gegen einen Baum zu fahren oder in den Gegenverkehr.

Wie kann man einen Wildunfall vermeiden?

Wie kann man einen Wildunfall vermeiden?

Was tun, wenn es zu einem Zusammenstoß gekommen ist?

Wenn es wirklich gekracht hat, die Polizei so schnell wie möglich unter der 110 informieren – möglichst mit einer exakten Ortsangabe.

Die Polizei ruft den zuständigen Jäger. Sehr oft ist das Tier ja nur schwer verletzt und schleppt sich noch ein Stück weiter. Der Jäger kommt mit Spürhund und ist meist in der Lage, das Wild schnell zu finden und so unnötiges Leid zu vermeiden.

Warum ist die Zahl der Wildunfälle so dramatisch gestiegen?

Zum einen gilt: Wo viel Wild, da viele Unfälle. Den Jägern wird ja auch immer wieder vorgeworfen, ihre Abschusszahlen nicht zu erfüllen. Man muss aber auch sagen, dass der Verkehr ständig zunimmt – und immer mehr Straßen gebaut werden. Jäger Schreder beschreibt es treffend: Wir bauen neue Straßen ins Wohnzimmer des Wilds und wundern uns, dass wir die Tiere aufschrecken. Die Jäger versuchen auch, die Tiere von den Straßen fernzuhalten:

  • Es wird in diesen Revieren besonders intensiv gejagt.
  • Es wird regelmäßig ein stinkender Schaum am Straßenrand versprüht, um das Wild zu vertreiben.
  • Es werden blaue Reflektoren an die Straßenmarkierungen geschraubt, die die Tiere abschrecken sollen.

Aber trotz all dieser Maßnahmen: In letzter Konsequenz ist der Autofahrer gefragt. Denn die "Wildwechsel"-Warnschilder stehen aus gutem Grund am Straßenrand.

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Christian Eisele

Sendung

Mittags in Oberbayern vom 08.11.2018 - 12:40 Uhr