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Dank gesunkener Inzidenzwerte sind vielerorts auch im Breitensport wieder Lockerungen möglich. Zum Beispiel bei der DJK Schwebenried/Schwemmelsbach. Dort laufen die Vorbereitungen für das erste Herrentraining.

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Bei Inzidenz unter 100: Amateursportler starten ins Training

Amateursportlerinnen und -sportler dürfen seit Montag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen – auch mit direktem Körperkontakt. Allerdings nur mit negativem Test und im Freien. Und längst nicht überall. Ein Beispiel aus Unterfranken.

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Von
  • Leon Willner

Als die DJK Schwebenried und die DJK Schwemmelsbach 2012 fusionierten, ergaben sich für beide Seiten Vorteile: Die Spielerdecke der jeweiligen Fußballabteilungen war dünn und dank einer Spielergemeinschaft konnte die neu gegründete DJK Schwebenried/Schwemmelsbach durchstarten – bis in die Landesliga. Womit sie nicht rechneten: dass es jemals von Bedeutung werden könnte, dass die Nachbarorte in unterschiedlichen Landkreisen liegen.

Lockerungen nur bei Inzidenz unter 100

Schwemmelsbach liegt im Landkreis Schweinfurt, dessen Inzidenz-Zahl derzeit eine der höchsten in ganz Bayern ist. An Öffnungsschritte und Erleichterungen für den Breitensport ist dort noch nicht zu denken. Das sechs Kilometer entfernte Schwebenried gehört jedoch zum Landkreis Main-Spessart, hier liegt man bereits seit dem 1. Mai unter der Marke von 100 – und dürfte nun lockern.

Kontaktsport? Landratsamt hat letztes Wort

Voraussetzung für Lockerungen ist ein Antrag des Landratsamts beim Bayerischen Gesundheitsministerium. Das Landratsamt Main-Spessart hat den Eil-Antrag erst am Montag, den 10. Mai, gestellt. Aus Karlstadt hieß es, man habe in den letzten Tagen die Rechtssicherheit der Lockerungen prüfen lassen. Deshalb verzögern sich die Erleichterungen für den Breitensport hier um ein paar Tage länger als in anderen Landkreisen. Erst bei Erteilung eines Einvernehmens beim Bayerischen Gesundheitsministerium sind die Lockerungen gültig.

Unterschiedliche Trainingsplätze, unterschiedliche Auflagen

Wenn man nach Landkreisen gehen würde, könnten wir es uns theoretisch aussuchen, sagt Felix Zöller, Spieler und Co-Trainer der DJK. Seit dem Zusammenschluss hat die DJK saisonweise mal in Schwemmelsbach, mal in Schwebenried gespielt. Und das könne nun, neben dem organisatorischen Mehraufwand, auch Vorteile bringen, schließlich war die Inzidenz rund um Schweinfurt auch mal eine der niedrigsten in ganz Deutschland. Dennoch habe man sich jetzt aus unterschiedlichen Gründen dafür entschieden, dauerhaft in Schwebenried zu spielen und zu trainieren. "Nachdem Schwebenried für uns der feste Trainingsort ist, richten wir uns nach der Inzidenz hier in Main-Spessart", erklärte Zöller.

Zöller sagt, "Fußball ist nun mal Kontaktsport" und freut sich, wenn er endlich wieder mit den Mannschaftskollegen auf den Platz darf: "Mal wieder richtig in den Zweikampf zu gehen, selbst wenn es nur im Trainingsspiel ist und ein Tor zu schießen – also, das ist schon ein extrem schönes Gefühl, gerade nach der langen Durststrecke und Perspektivlosigkeit." Auch wenn die Spieler der DJK teils in Würzburg, teils in Schweinfurt oder im Landkreis Main-Spessart wohnen, ausschlaggebend ist der Inzidenzwert des Landkreises, in dem die Sportstätte liegt.

DJK Schwebenried/Schwemmelsbach nutzt Corona-Pause für Umbau

Rund 200 Menschen sind dort Mitglied in der DJK, die im 800-Einwohnern-Ort Schwebenried spielt. "Ich glaube, dass es für die Gesellschaft wichtig ist, dass dieses Vereinsleben wieder aufgelebt wird", sagt Zöller. Die Spieler nutzten die Corona-Pause und bauten eigenhändig die Mannschaftskabine um: Ab der kommenden Saison hängen dort eine Musikanlage und eine Nebelmaschine in der Decke. Das nächste Mannschaftstraining des Landesligisten findet am Mittwoch, den 12. Mai, statt - vorerst noch ohne Kontakt.

Voraussetzung für Training: Negativer Corona-Test

Voraussetzung für Training mit Körperkontakt ist, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen negativen Test nachweisen. Gültig sind Antigen-Schnelltests, die maximal 24 Stunden oder PCR-Tests, die höchstens 48-Stunden alt sind. Selbsttests müssen direkt vor Ort und unter Aufsicht gemacht werden. Die Nutzung von Umkleidekabinen oder Duschen bleibt weiterhin untersagt. Trotz der Lockerungen zeigt sich der Bayerische Fußballverband enttäuscht. Die Hürden für die bayerischen Amateurfußballer seien sehr hoch, erklärte Jürgen Faltenbacher, Schatzmeister des BFV, auf der Website des Verbands und verweist darauf, dass Sport im Freien kein erhöhtes Infektionsrisiko darstelle.

Kontaktloser Sport auch im Innenbereich wieder möglich

Jörg Ammon, Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbands (BLSV) freut sich auf die Erleichterungen für den Breitensport. In einem Schreiben an die Vereine vom 7. Mai sagte er: "Die angekündigten Lockerungen lassen uns wieder optimistischer in die Zukunft der Sportvereine blicken und wir sind guter Hoffnung, dass in den nächsten Wochen in immer mehr Landkreisen und kreisfreien Städten weitere Lockerungen möglich werden."

Dafür muss die Inzidenz 100 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten werden und die zuständige Kreisverwaltungsbehörde einen Antrag beim Bayerischen Gesundheitsministerium stellen.

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