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Behörden reißen Biberdämme ein – Bund Naturschutz erschüttert | BR24

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Die Genehmigung kam von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Würzburg: Sie erlaubte, dass zwei Biberdämme an der Pleichach bei Maidbronn zerstört werden durften. Der Bund Naturschutz reagiert mit Kritik.

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Behörden reißen Biberdämme ein – Bund Naturschutz erschüttert

Die Genehmigung kam von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Würzburg: Sie erlaubte, dass zwei Biberdämme an der Pleichach bei Maidbronn zerstört werden durften. Der Fluss führt wenig Wasser. Der Bund Naturschutz reagiert mit Kritik.

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"Das war sinnloser Aktionismus – der Bund Naturschutz ist erschüttert über diesen Eingriff!" Deutliche Kritik kommt von Steffen Jodl, dem Geschäftsführer beim Bund Naturschutz, Kreisgruppe Würzburg. Er reagiert damit auf die Zerstörung von zwei Biberdämmen an der Pleichach bei Maidbronn im Landkreis Würzburg. Sie sind kürzlich abgerissen worden. Das hatte die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Würzburg genehmigt. Der Fluss bereitet Anwohnern im Landkreis Würzburg Sorgen – denn seit Monaten führt sie wenig Wasser.

Biberdämme waren wichtiger Lebensraum

Die Dämme hat die Flussmeisterstelle des Wasser­wirtschaftsamtes Aschaffenburg kürzlich abgetragen. Das bemängelt Jodl vom Bund Naturschutz: Damit sei ein letzter wasserreicher Lebensraum an der zur Zeit weitgehend ausgetrockneten Pleichach zerstört worden – und damit auch ein Biotop für Amphibien, Insekten, Fische und andere Wassertiere. Dass dies von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Würzburg genehmigt worden ist, ist für den Bund Naturschutz unverständlich.

Damm brachte Fluss zum Überlaufen

Das Landratsamt Würzburg teilt auf Anfrage mit, dass die Maßnahme notwendig war, da die Pleichach durch den Aufstau entlang der Dämme zuletzt übergelaufen war. Auch die angrenzenden Flurstücke seien überflutet worden. "Im Rahmen des Bayerischen Bibermanagements waren somit Maßnahmen zur Schadens­prävention geboten", schreibt das Landratsamt. Normalerweise stehen Biberdämme unter Artenschutz. Allerdings würde die "Artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung" die Entnahme von Biberdämmen erlauben, wenn besetzte Biberburgen nicht beeinträchtigt werden.

Fluss führt kaum Wasser

Behörden und Experten rätseln seit Monaten, warum die Pleichach mitunter fast kein Wasser führt. Der Bund Naturschutz erklärt dazu: Wenn man der Pleichach helfen wolle, müsse man dafür sorgen, dass das Grundwasser geschützt werde. Stattdessen würden jährlich viele hunderttausend Kubikmeter Grundwasser für Gemüsefelder ausgebracht. Die Pleichach hat ihre Quelle bei Hausen an der A7, verläuft dann über den nördlichen Landkreis Würzburg und Rimpar bis nach Würzburg. Dort fließt sie mit dem Bach Kürnach zusammen und mündet in den Main.