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Beginn der Betretungsverbote in den Ammergauer Alpen | BR24

© Chris Baumann / BR

Naturparkranger und Jäger aus den Ammergauer Alpen posieren vor einem Schild, das ein Betretungsverbot im Winter ankündigt

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    Beginn der Betretungsverbote in den Ammergauer Alpen

    Zum Schutz des Wildes werden in den Ammergauer Alpen ab dem 1. November wieder Zonen mit Betretungsverbot für Menschen wirksam. Gerade im Winter brauchen Wildtiere wie Rehe oder Hirsche Ruhezonen fernab von Wintersportlern und freilaufenden Hunden.

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    Von
    • Chris Baumann

    Ab dem 1. November gelten die ersten Betretungsverbote in den Ammergauer Alpen. Das Gebiet rund um den Aufacker bei Oberammergau macht den Anfang. Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat schon länger die "Wald-Wild-Schongebiete" ausgewiesen. Hier wird an die Vernunft der Wintersportler appelliert, sich an markierte Routen zu halten und nicht in jeden Hang und jede Schneise zu fahren. Jäger, Tourismusverband, Landratsamt und Vertreter der Skifahrer haben sich getroffen, um sich gemeinsam auf Ruhezonen zu einigen in denen sich im Winter niemand mehr aufhalten darf: die sogenannten "Wildschutzgebiete".

    Betretungsverbote wichtig für das Überleben der Wildtiere

    Ein Reh oder ein Hirsch, die im Winter im tiefen Schnee flüchten müssen, verbrauchen das Vier- bis Fünffache der normalen Energiemenge, sagt Jäger Martin Wallis aus Unterammergau.

    Die Tiere fahren im Winter ihren Kreislauf im Winter nach unten, erklärt der Jäger. "Würden sie dann durch eine Flucht den Stoffwechsel schlagartig nach oben fahren müssen, bringt das zwangsläufig Tierleid mit sich." Man müsse sich vorstellen, dass etwa Rotwild die Temperatur in den Füßen bis zu 18 Grad runterfahre: "Jeder von uns hat schon mal kalte Füße gehabt. Mit kalten Füßen sofort einen Dauerlauf anfangen ist mehr als schmerzhaft", sagt Jäger Martin Wallis.

    Wanderer können sich online über Wildschutzgebiet informieren

    Damit man nicht plötzlich vor einem "Wildschutzgebiet" steht, sollte man sich vorab informieren. Auf der Homepage der Ammergauer Alpen sind Karten mit den betroffenen Bereichen und den Sperrzeiten zu finden. Diese Vorbereitung einer Tour ist für die Naturparkrangerin Deniz Göcen enorm wichtig. "Auf der Fläche sind viele Verschiedene, die überleben wollen im Winter, die Tiere, die Pflanzen." Wer Sport treiben oder wandern wolle, solle erstmal schauen, wo er hingehen könne.

    Diese Rücksicht ist auch am Hörnle bei Bad Kohlgrub nötig. Hier wurde die – gerade auch bei vielen Münchnern - beliebte Skitour auf das Hörnle verändert, um das Wild möglichst wenig zu stören. Der Vorstand des Ski-Clubs Bad Kohlgrub, Michael Clever, sagt zur Lösung: "Wirklich alle Fraktionen saßen am Tisch und wir haben uns überlegt, wie man das Hörnle denn unter allen Aspekten vernünftig nutzen kann." Der Aspekt, Tieren genug Raum zur Ruhe zu geben, sei zentral gewesen.

    Nicht alle halten sich an die Wildschutzgebiete

    Immer wieder werden von den Naturparkrangern und Jägern Wintersportler in den Wildschutzgebieten angetroffen. Man spricht mit ihnen, aber nicht immer ist die Vernunft und Einsicht auf der Gegenseite zu finden. Jäger Martin Wallis kontrolliert regelmäßig die aufgestellten Schilder am Beginn der Wildschutzzone in seinem Revier. Auf diesen Schildern steht auch die zeitliche Begrenzung des Betretungsverbotes von Anfang November bis Mitte April.

    Manchmal stellt er dabei Vandalismus fest: "Die Schilder haben eigentlich die Funktion, Menschen zu informieren: Geh hier bitte nicht weiter. Die Schilder wurden dann zusammengeklappt, sodass sie nicht mehr lesbar waren".

    Das ist klare Sachbeschädigung, aber auch wer das Betretungsverbot der Wildschutzgebiete nicht respektiert, kann belangt werden. Jan Knopp ist im Landratsamt Garmisch-Partenkirchen auch für diesen Bereich zuständig. Im Jagdjahr 2019/2020 habe man neun Bußgelder verhängt mit bis zu 300 Euro Bußgeld. Das Bußgeld kann bei gravierenden Verstößen bis zu 5000 Euro betragen.

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