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Befristete Beschäftigung bei Unternehmen immer beliebter | BR24

© picture-alliance/dpa

Altenpflegerin - oft nur mit befristeten Verträgen

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    Befristete Beschäftigung bei Unternehmen immer beliebter

    Trotz der Nachfrage nach Fachkräften bleibt die Zahl der befristeten Arbeitsverträge in der Metropolregion auf einem Rekordniveau von über 40 Prozent.

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    Laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund in Mittelfranken sind beinahe die Hälfte aller neu eingestellten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Erlangen, Nürnberg und Fürth prekär beschäftigt. Und das trotz des immer noch bestehenden Fachkräftemangels.

    Mehr befristete als unbefristete Verträge

    Die Befristung treffe vorrangig Frauen, Beschäftigte unter 25 Jahren, Teilzeitbeschäftigte und niedrig qualifizierte Arbeitnehmer, so der DGB Mittelfranken. In Nürnberg und Führt sind vor allem die Arbeitsbereiche Kunst, Unterhaltung und Erholung, Erziehung und Unterricht betroffen. Hier sind 67 bis 74 Prozent aller Neubeschäftigungen befristet. In der Nachbarstadt Erlangen ist die Rate sogar noch höher. 69 bis 81 Prozent aller neuen Arbeitsverträge in den Bereichen Erziehung, Wissenschaft, Energieversorgung und Dienstleistungen werden hier nur befristet angeboten.

    Beschäftigung oft nur für zwei Jahre

    Laut Auskunft des statistischen Bundesamts haben 80 Prozent der befristeten Arbeitsverhältnisse eine Laufzeit von unter zwei Jahren, so der DBG. Das wirke sich auf den Alltag aus. Unter solchen Voraussetzungen gestalten sich Familienplanung, Wohnungssuche, berufliche Weiterbildung und Kreditgewährung viel schwieriger. Diese Diskriminierung und Spaltung der Arbeitnehmer müsse aufhören, so Stephan Doll vom DGB Mittelfranken und fordert die Politik auf unverzüglich nach der Sommerpause zu handeln.

    Überprüfung zur Eignung

    Besonders gravierend sei auch der Anstieg von sachgrundlosen Befristungen, so der DBG Mittelfranken. Das sind befristete Arbeitsverträge ohne erkennbare Gründe. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) lag die Zahl im Jahr 2018 bei 256.000 Arbeitsverträgen. Das sind 4,0 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse in Bayern. Der Hauptgrund ist laut IAB die Überprüfung der Eignung von Beschäftigten.