Bierbotschafter Joachim Holler in der hauseigenen Brauerei des "Bruderherz" in Nürnberg.
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Bierbotschafter Joachim Holler in der hauseigenen Brauerei des "Bruderherz" in Nürnberg.

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    Beer Hike Nürnberg: Fränkischen Bieren auf der Spur

    Beer Hike Nürnberg: Fränkischen Bieren auf der Spur

    Die fränkische Biervielfalt ist groß, ihrer Herr zu werden so gut wie unmöglich. Einen Ein- und Überblick möchte der Nürnberger Joachim Holler geben. Er bietet Bierwanderungen in der Frankenmetropole an, sogenannte "Beer Hikes".

    Bereits vor drei Jahren hatte der IHK-zertifizierte Bierbotschafter Joachim Holler aus Nürnberg die Idee, seine Leidenschaft, das fränkische Bier, zum Beruf zu machen, zumindest teilweise. Neben seinem normalen Büro-Job bietet der 39-Jährige Bierwanderungen durch seine Heimatstadt an, sogenannte "Beer Hikes".

    Bierwanderung durch Nürnberg

    Bei einem zwei- bis dreistündigen Fußmarsch durch die Nürnberger Altstadt erzählt Holler den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf lockere Art und Weise von der Geschichte des fränkischen Bieres, den Unterschieden zu anderen Bieren und was die fränkische Braukunst so ausmacht. Seine Touren kann man online buchen. Beinhaltet sind auch diverse Biere, die auf dem Weg auf die Hopfen-Liebhaber warten. Von Hell über Rotbier bis zum Dunklen ist alles dabei.

    Beer Hike Nürnberg: Spaß darf nicht zu kurz kommen

    Die Beer Hikes sollen informieren, den Teilnehmern Einblicke geben in die fränkische Bierlandschaft. Gleichzeitig ist es Joachim Holler aber extrem wichtig, dass der Spaß nicht zu kurz kommt: "Die Leute sollen vor allem eine gute Zeit haben. Es darf nicht zu wissenschaftlich sein. Ich will, dass jeder danach mit einem guten Gefühl rausgeht, vielleicht auch was gelernt hat, aber vielleicht auch ein bisschen angeschwipst ist", erklärt er mit einem schelmischen Grinsen.

    Trinkfestigkeit ist von Vorteil beim Beer Hike

    Der Wanderführer, der auch Beer Tastings im Repertoire hat, hat Kooperationen mit gastronomischen Betrieben in der ganzen Stadt. Dort holt er auf dem Weg das Bier ab und macht kurz Halt, um über das zu fachsimpeln, was da verkostet wird.

    Vier Stationen mit bis zu fünf verschiedenen Bieren pro Beer Hike erfordern definitiv ein wenig Trinkfestigkeit. Wer nicht mithalten kann, muss sein eigenes Tempo gehen, sagt Holler. Gerade weil viele Touristen seine Hikes buchen, könne es schon mal vorkommen, dass sich der ein oder andere übernimmt: "Ich hatte schon ein paar Fälle mit asiatischen Touristen, da mussten wir zwischendrin mal mit einem Wasser arbeiten. Oder auch nordamerikanische Touris, die die Sache sehr ambitioniert angegangen sind. Die mussten dann schon manchmal den Preis dafür zahlen."

    Auch Einheimische an fränkischer Bierlandschaft interessiert

    Grundsätzlich handelt es sich bei den Beer Hikes aber um eine entspannte Angelegenheit. Und auch Einheimische kämen immer mehr auf den Geschmack, sich doch nochmal zeigen zu lassen, was so alles vor der eigenen Haustür gebraut werde, sagt Joachim Holler. "Die kennen vielleicht schon vieles, aber sicher noch nicht alles."

    Brauereibesichtigung inklusive

    Nach einer kleinen Runde durch die Nürnberger Altstadt findet die Tour ihr Ende in einer fränkischen Wirtschaft in der Luitpoldstraße. Diese hat eine hauseigene Brauerei im Keller, perfekt geeignet für Anschauungsunterricht.

    Nachdem Holler dort noch ein paar Infos zu diversen Brauvorgängen losgeworden ist, geht es in die Wirtsstube, um den Abend ausklingen zu lassen. Hier ist der Bierbotschafter noch dabei und gibt Touristen, gerade an Wochenenden, Tipps, was man anstellen könnte. "Wenn sie mich einladen, mitzukommen, dann bin ich da aber auch manchmal noch dabei."

    Kultureller Austausch ist eine Bereicherung

    Menschen aus anderen Ländern und Kulturen kennenzulernen, mache ihm an den Beer Hikes am meisten Spaß. Schließlich rede man in der Zeit nicht ausschließlich über Bier, sondern auch über "Gott und die Welt", sagt Holler. Dessen sei er bislang nicht müde geworden.

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