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Bedrohung von Politikern in Nürnberg | BR24

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An einer Plakatwand im Nürnberger Norden sind Fotos von bekannten Politikern aufgehängt worden. Makaber ist, dass die Abbildungen von Angela Merkel, Markus Söder und anderen Politikern offenbar mit einer Waffe beschossen wurden.

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Bedrohung von Politikern in Nürnberg

An einer Plakatwand im Nürnberger Norden sind Fotos von bekannten Politikern aufgehängt worden. Makaber ist, dass die Abbildungen von Angela Merkel, Markus Söder und anderen Politikern offenbar mit einer Waffe beschossen wurden.

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Gestern hat ein Kollege des Bayerischen Rundfunk einen Zufallsfund an einer Plakatwand im Nürnberger Norden in der Nähe eines Einkaufzentrums gemacht: Zwischen Werbung für die Spider-Murphy-Gang und einen Ausflug an den Brombachsee hängen Fotokopien von Porträts. Bekannte Politiker – deren Gesichter –so sieht es aus – von Kugeln durchsiebt zu sein scheinen.

Durchlöcherte Politker-Porträts

Die Schwarz-Weiß-Fotografien von Angela Merkel ist mit 13 Einschüssen, die von Markus Söder hat 20 Treffer, Ursula von der Leyen 15, Wolfgang Schäuble 16, Annegret Kramp-Karrenbauer 14, Andrea Nahles 13, und Katrin Göring-Eckardt 24.

Von virtueller zu echter Gewalt

Der Politikwissenschaftler Thorsten Winkelmann von der Friedrich-Alexander Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg sieht sich die zerschossenen Porträts der Politiker an. Er stellt fest: "Der Hass, der sich vor allem im Netz, im virtuellen Bereich, doch manifestiert und dort sich auch ausbreitet, der geht dann in physische Gewalt über. Das zeigt also: Der Übergang von Worten zu Taten ist doch kürzer als man allgemein annimmt."

Polizei nimmt Sache ernst

Als eine Polizeistreife nach Stunden an der Plakatwand auftaucht, sind die Fotokopien abgerissen. Auf Anfrage betont das Präsidium Mittelfranken, man nehme die Sache ernst. Die Politiker wollen sich nicht zu dem Fall äußern. Laut Thorsten Winkelmann nehmen solche Fälle immer mehr zu.

"Was wir doch seit geraumer Zeit doch erleben können, ist, dass die Gewalt und physische Gewalt, aber auch Schmierereien an Hauswänden, Bedrohung und dergleichen mehr, sich auch und vor allem auf kommunaler Ebene manifestiert. Dass kommunale Angestellte bedrängt werden, wenn eine Entscheidung nicht im Sinne des jeweiligen getroffenen wird. Und, das ist ja ein vergleichsweise neues Phänomen." Thorsten Winkelmann, Politikwissenschaftler an der FAU Erlangen-Nürnberg