BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Bedrohung mit Munition: Polizei ermittelt Tatverdächtige | BR24

© picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Bedrohung mit Munition: Polizei ermittelt Tatverdächtige

2
Per Mail sharen

    Bedrohung mit Munition: Polizei ermittelt Tatverdächtige

    Im Fall der in Nürnberg verschickten Drohschreiben mit echter Munition, hat die Polizei nun eine 54-jährige Tatverdächtige aus dem Landkreis Nürnberger Land ermittelt. Laut BR-Informationen steht die Frau im Kontakt zur organisierten rechten Szene.

    2
    Per Mail sharen

    Bei der dringend Tatverdächtigen handelt es sich um eine 54-jährige Frau aus dem Landkreis Nürnberger Land, teilten die Ermittlungsbehörden in einer Pressekonferenz auf Facebook mit. Demnach durchsuchte die Polizei am Freitagmorgen (20.03.20) die Wohnung der Tatverdächtigen im Nürnberger Land. Bei der Durchsuchung wurden einschlägige Devotionalien aufgefunden.

    Teilnehmerin bei rechten Versammlungen

    Die Frau sei seit längerer Zeit der rechten Szene zugeneigt, sagte der mittelfränkische Polizeipräsident Roman Fertiger bei der Pressekonferenz. Sie habe demnach an verschiedenen lokalen und überregionalen Veranstaltungen der rechten Szene teilgenommen und sei dadurch polizeibekannt. Bislang gebe es keine Hinweise auf Mittäter. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen, die dem BR vorliegen, soll die Frau Kontakte zur Neonazi-Partei "Der dritte Weg" und einer Rocker-Gruppierung gepflegt haben.

    Frau besaß kleinen Waffenschein

    Die Tatverdächtige besaß in der Vergangenheit einen kleinen Waffenschein, der aber nicht mehr gültig ist. Woher die Frau die scharfe Gewehr- und Pistolenmunition hatte, ist derzeit noch nicht bekannt. Weitere Einzelheiten zur Tatverdächtigen wurden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt.

    Tatverdächtige auf freiem Fuß

    Oberstaatsanwalt Thomas Strohmeier von der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth erklärte, die Tatverdächtige sei nach den ersten Maßnahmen nicht in Untersuchungshaft genommen worden, sondern befinde sich wieder auf freiem Fuß. Laut Strohmeier mache die 55-Jährige von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch und lasse sich durch einen Anwalt vertreten. Die Polizei kam der Frau auf die Spur, weil sie die Verkaufswege der Grußkarten ermitteln konnte.

    Drohschreiben an Moschee, Politiker und soziale Einrichtung

    Seit Dezember vergangenen Jahres wurden mehrere Drohbriefe als Grußkarten verschickt, die echte Munition erhielten. Betroffen war unter anderem eine Moschee in Röthenbach. Neben einer scharfen Patrone befand sich darin eine Grußkarte mit dem Text "ihr werdet niemals sicher sein", so die Polizei. Insgesamt sind sechs ähnliche Briefe verschickt worden, darunter auch an zwei Kommunalpolitiker aus dem Nürnberger Land und eine soziale Einrichtung.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!