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Bedrohte Tierart: GPS-Sender für bayerische Rotmilane | BR24

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Rotmilan

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    Bedrohte Tierart: GPS-Sender für bayerische Rotmilane

    Über 50 Prozent des Gesamtbestandes der Rotmilane brütet in Deutschland. Geschätzt gibt es von der Art dieser Greifvögel nur noch 29.000 Brutpaare. Jetzt sollen sie mit einem GPS-Sender ausgestattet werden, um ihren Bestand zu erhalten.

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    Von
    • Inga Pflug
    • BR24 Redaktion

    Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) mit Sitz in Hilpoltstein beteiligt sich an einem internationalen Greifvogel-Schutzprojekt und will dafür Rotmilane in Schwaben, Mittelfranken und Unterfranken mit GPS-Satellitensendern ausstatten.

    Weniger Tiere kommen ins Sommerquartier

    Im Frühjahr kehren die seltenen Greifvögel für gewöhnlich aus ihren Winterquartieren zurück, allerdings kämen aktuell immer weniger Tiere in ihren heimischen Brutgebieten an, so der LBV. Der Greifvogel stehe inzwischen auf der Vorwarnliste bedrohter Vögel.

    In den kommenden Jahren sollen daher insgesamt 80 junge Rotmilane aus sieben bayerischen Landkreisen einen GPS-Satellitensender bekommen, mit dem ihre Flugrouten nachverfolgt werden können. Geplant ist die Ausstattung der Tiere in den Gebieten, in denen die meisten Rotmilane im Freistaat vorkommen. Dazu zählen laut LBV die Landkreise Memmingen/Unterallgäu, Augsburg, Aichach-Friedberg, Weißenburg-Gunzenhausen, Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen und Main-Spessart.

    Jungvögel bekommen GPS-Sender

    Die ersten bayerischen Jungvögel sollen ihren "Daten-Rucksack" im Juni erhalten. Rotmilane werden wegen ihrer charakteristischen Kerbe im Schwanz auch Gabelweihe genannt. Laut LBV hat ein Großteil der deutschen Rotmilane die kalten Monate in Frankreich oder Spanien verbracht. In ihren heimischen Brutgebieten beginnen sie bis Mitte März mit der Balz und der Ausbesserung ihres Horstes.

    Ziel des Projektes "Life Eurokite" sei es, in vielen Ländern West-, Mittel- und Osteuropas die Gründe für nicht natürliche Todesursachen der Greifvogelart zu untersuchen, so LBV-Projektleiter Torben Langer.

    "Sehr unterschiedliche Populationstrends in Europa legen nahe, dass der Rotmilan auch unter der illegalen Verfolgung und hier insbesondere unter Vergiftungen leidet. Da in Deutschland mit etwas mehr als 10.000 Brutpaaren die Hälfte des weltweiten Rotmilan-Bestands lebt, kommt uns beim Schutz dieser Greifvogelart eine besonders große Verantwortung zu." Torben Langer, LBV-Experte.

    Durch die GPS-Sender können die Vogelexperten künftig alle Bewegungen der Vögel verfolgen und auch tote Tiere schneller aufspüren. Mit den Erkenntnissen aus dem Projekt sollen künftig auch gezielte Maßnahmen zum Schutz der Tiere und gegen Fallensteller und Wilderei ergriffen werden können.

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