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Friedrichsforum: Bayreuths Großbaustelle feiert Richtfest | BR24

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Am Friedrichsforum ist Richtfest gefeiert worden. Im vierten Jahr wird die frühere Bayreuther Stadthalle nun schon saniert. Im Jahr 2023 soll die Halle als moderne Spielstätte wieder in Betrieb gehen.

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Friedrichsforum: Bayreuths Großbaustelle feiert Richtfest

Am Friedrichsforum, einer der größten und teuersten Baustellen der Region, wird Richtfest gefeiert. Im vierten Jahr wird die frühere Bayreuther Stadthalle nun schon saniert. Im Jahr 2023 soll die Halle als moderne Spielstätte wieder in Betrieb gehen.

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Von
  • Thorsten Gütling

Die Sanierung und der Umbau der früheren Bayreuther Stadthalle zu einer modernen Veranstaltungsstätte nimmt konkrete Formen an. Am Freitagnachmittag wird Richtfest gefeiert. Sieben Jahre nach Beginn der Planungen und vier nach Beginn der Sanierung sind die Rohbauarbeiten damit weitestgehend abgeschlossen. In drei Jahren soll die Halle dann in Anspielung auf den früheren Bayreuther Markgrafen Friedrich III., unter dem Namen Friedrichsforum wieder eröffnet werden.

Friedrichsforum: Sanierung und Umbau für rund 85 Millionen Euro

Sanierung und Umbau haben dann voraussichtlich rund 85 Millionen Euro verschlungen. Ursprünglich ging die Stadt von 55 Millionen aus. Mehr als die Hälfte der Kosten wird Bayreuth voraussichtlich aus eigener Tasche berappen müssen.

Immer wieder Überraschungen bei Sanierung der Stadthalle

Die Halle wurde um 1750 als markgräfliche Reithalle konzipiert, später von den Nationalsozialisten als Versammlungs- und Aufmarschstätte missbraucht und daher 1945 von den Alliierten bis auf die Grundmauern zerbombt. In der Vergangenheit sei sie so häufig um- und angebaut worden, dass die Planer die Kostensteigerung vor allem auf immer wieder zutage getretene Überraschungen und Besonderheiten zurückführen.

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Am Friedrichsforum, einer der größten und teuersten Baustellen der Region, wird Richtfest gefeiert. Im vierten Jahr wird die frühere Bayreuther Stadthalle nun schon saniert. Im Jahr 2023 soll die Halle in Betrieb gehen.

© picture alliance/Thomas Robbin

Blick auf die Bayreuther Stadthalle samt vorgelagertem Jean-Paul-Platz und Jean-Paul-Denkmal vor der Sanierung.

Auf dem Weg zum Friedrichsforum: Stadthalle wird entkernt

Denn bei der Sanierung der früheren Bayreuther Stadthalle handelt es sich um eine Kernsanierung. Das Gebäude ist zunächst in den Zustand eines Rohbaus zurückversetzt worden. Teile der Halle wurden so weit zurückgebaut, dass neben der Bühne der ursprüngliche Pferde-Eingang der früheren Reithalle wieder zum Vorschein kam. Jede Menge schlechtes Mauerwerk aus dem 20. Jahrhundert trat zutage und musste ausgebessert werden, etliche Schächte wurden aus Stabilitätsgründen verfüllt.

Bürgerbegehren legt Arbeiten an der Halle erst mal still

Gleich zu Beginn blieb es bei einem Versuch eines Bürgerbegehrens, die große Sanierung zu verhindern, weshalb die Arbeiten vorerst auf Eis gelegt worden waren. In den anschließenden vier Jahren kamen und gingen Baufirmen insolvent, andere konnten Zusagen wegen der Corona-Pandemie nicht einhalten.

© picture alliance/Nicolas Armer

Die Fassade der früheren Bayreuther Stadthalle im Jahr 2017.

Probleme bei der Suche nach einem neuen Namen für die Stadthalle

Aber nicht nur der Kosten und der Bauzeit wegen stand das Projekt in der Vergangenheit in Bayreuth immer wieder in der Kritik. Auch ein Namenswettbewerb sorgte Ende 2017 für Ärger. Zwar hatten rund 140 Bürger Namensvorschläge eingereicht. Eine Jury wählte allerdings keinen der Vorschläge, sondern entschied sich kurzerhand für "Forum am Hofgarten" - einen Vorschlag aus den eigenen Reihen. Nur, um wenig später gleich wieder einen Namen zu suchen, weil Rechtsstreitigkeiten mit der Stadt Günzburg befürchtet wurden, wo es bereits seit Jahren eine Spielstätte mit gleichem Namen gibt.

Bayreuther Bürger wollen weiter Stadthalle sagen

In Bayreuth sprachen sich daraufhin immer wieder Bürger für den Vorschlag der Grünen im Stadtrat aus, die Spielstätte auch nach der Sanierung ganz einfach als Stadthalle zu bezeichnen. Stattdessen fand ein Vorschlag der CSU eine Mehrheit, die den Namen Friedrichsforum ins Spiel brachte.

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Der gebürtige Bayreuther Star-Desginer Peter Schmidt hat der Stadt Bayreuth das Logo für das Friedrichsforum geschenkt.

Star-Designer Peter Schmidt schenkt Bayreuth ein Logo

Zu guter Letzt wurde auch über das neue Logo der Spielstätte gestritten. Der Entwurf des gebürtigen Bayreuther Star-Architekten Peter Schmidt, der zuvor unter anderem Flakons für namhafte Parfümhersteller entwarf und es damit bis in das Museum of Modern Art in New York schaffte, stieß in Teilen des Bayreuther Stadtrats auf Kritik. Sein Logo, das er seiner Heimatstadt schenkte, zeigt den Namen der Spielstätte unter grünen und violetten Punkten, was einigen Stadträten und Bürgern zu wenig aussagekräftig war, schließlich aber doch eine Mehrheit fand.

© Agentur PSBZ

So sieht es aus, das Logo für das Friedrichsforum vom Hamburger Star-Designer Peter Schmidt.

Friedrichsforum soll 2023 eröffnet werden

Zum Richtfest wird jede Menge Polit-Prominenz in Bayreuth erwartet. Allen voran der bayerische Finanzminister Albert Füracker (CSU) hat sein Kommen angekündigt. 2023, also sieben Jahre nach Beginn der Sanierung, soll das Friedrichsforum schließlich wiedereröffnet werden.

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