BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Bayerwald-Skigebiete bereiten sich auf Corona-Wintersaison vor | BR24

© BR/Renate Roßberger

Skigebiete im Coronawinter: Mit teils aufwendigen Konzepten bereiten diese sich auf die Wintersaison im Bayerischen Wald vor.

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Bildergalerie
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Bayerwald-Skigebiete bereiten sich auf Corona-Wintersaison vor

Die Skigebiete im Bayerischen Wald bereiten sich auf die diesjährige Skisaison vor: Diese wird wegen der Corona-Pandemie deutlich aufwendiger und auch teurer als sonst. Dennoch fühlt man sich in den großen Ski- und Langlaufzentren gut vorbereitet.

1
Per Mail sharen

Mit teils aufwendigen Konzepten bereiten sich die Skigebiete im Bayerischen Wald auf die Wintersaison vor. Am Großen Arber zum Beispiel wird die Gondelbahn, der einzige Lift der Region mit geschlossenen Kabinen, den ganzen Winter mit geöffneten Fenstern fahren. Bis zu sechs Leute dürfen darin sitzen, aber es herrscht - wie auch an den Schleppliften und der Sesselbahn - Maskenpflicht. Auch Schals oder Buffs, also Schlauchtücher, wie sie die meisten Skifahrer ohnehin tragen, können als Mund-Nase-Bedeckung anerkannt werden, nicht aber offene Skihelme.

Maskenpflicht in den Skigebieten

Auch im Skizentrum Mitterfirmiansreut wird im gesamten Skigebiet Maskenpflicht herrschen, also auch an der Kasse, auf dem Weg zum Lift, in der Warteschlange am Lift, und generell immer dann, wenn man zu fremden Personen nicht den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten kann, sagt Bernhard Hain, Geschäftsführer des Wintersportzentrums Mitterfirmiansreut. Beim Skifahren selbst ist die Maske nicht vorgeschrieben. Alle Skigebiete hätten sich mit dem Verband der deutschen Seilbahnen auf gemeinsame Hygienekonzepte geeinigt. Dazu wird auch die regelmäßige Desinfektion bestimmter Bereiche gehören, von Drehkreuzen zum Beispiel oder von Liftbügeln. Man könne die zwar nicht nach jedem Nutzer desinfizieren, sagt Hain, aber trotzdem "regelmäßig", so lautet die Vorschrift, und damit mehrmals am Tag.

Desinfektion und Plexiglas in den Berghütten

Am Großen Arber will man die Bereiche, die an den Liften angefasst werden, in festen Intervallen tagsüber desinfizieren, bei der Sesselbahn zum Beispiel so, dass in gewissen Abständen immer jeder dritte Sitz desinfiziert wird und dann einmal leer durchfährt.

Am Hohenbogen will man "mit Maß und Ziel" desinfizieren. Man habe ja bereits Erfahrungen mit dem Sommerbetrieb der Bahn. Im Winter tragen die Leute zudem Handschuhe, sagte Markus Müller, Bürgermeister von Neukirchen beim Hl. Blut und zuständig für die Hohenbogenbahn.

Die sechs Bergwirtshäuser der Arberbergbahn bekommen teils Plexiglasscheiben und überdachte Außenbereiche mit Heizpilzen, damit Gäste beim Einkehren die Abstände einhalten können. Weniger Sitzplätze im Inneren hat man schon seit dem Sommer. Für "Après-Ski-Parties" sei der Arber ohnehin nicht bekannt, sagt Pressesprecher Andreas Stadler. Es geht hier vor allem um Essens- und Trinkpausen für Skifahrer und Wanderer tagsüber.

© BR/Renate Roßberger

Christian Schölling, Leiter des Skiverleih-Bereichs am Großen Arber, vor den großen Desinfektionsschränken für die Leih-Skischuhe.

© BR/Renate Roßberger

Skiverleiher Jürgen Pöschl in Zwiesel

Skiverleiher werden vielerorts Leihskier, Stöcke und auch Skischuhe desinfizieren. Die Desinfektion von Skischuhen war bei manchen Verleihstationen früher schon üblich, zum Beispiel am Großen Arber, wo die Schuhe nach jedem Nutzer eine ganze Nacht im Desinfektionsschrank behandelt und getrocknet werden. Gleiches gilt für Skihelme.

Wer sich Skier ausleihen will, sollte sich möglichst schon vorher online mit seinen Daten anmelden. Denn in die Verleihstationen kann dann immer nur eine bestimmte Personenzahl oder eine Familie - zum Beispiel in der Skischule Pöschl in Zwiesel. Besitzer Jürgen Pöschl sieht aber noch große Fragezeichen, wenn es um das Abhalten von Skikursen geht. Vor allem das Bringen und Holen von Kindern in die Kurse oder die Pausen am Berg seien ein Problem. Er rechne damit, dass eventuell diesen Winter eher Einzel- oder Familien-Skikurse gefragt sind. Es könne aber auch sein, das die Leute heuer - ähnlich wie schon bei der Wanderwelle im Coronasommer - eher auf Wintersportarten ausweichen, bei denen man möglichst allein in der Natur unterwegs sein kann, zum Beispiel Tourenski-Fahren, Langlauf oder Schneeschuhgehen.

Wärmehütte für das Langlaufzentrum Bretterschachten

Im Langlaufzentrum Bretterschachten, dem größten Langlaufgebiet der Region, investiert die Gemeinde Bodenmais, der das Zentrum gehört, dieses Jahr rund 200.000 Euro in Coronamaßnahmen. Weil das bestehende Funktionsgebäude ungünstig geschnitten und der Flur zu eng ist, wird es geschlossen. Stattdessen werden eine 140 Quadratemter große Wärmehütte aufgestellt und zusätzliche WC-Container. Außerdem wird der Skibus im Viertelstundentakt fahren statt wie bisher im Halbstundentakt. So will man Warteschlangen an der Haltestelle vermeiden.

Im ganzen Bayerischen Wald hofft man nach dem momentanen November-Lockdown auf eine gute Wintersaison, bereitet sich auch darauf vor, denn, so Bernhard Hain, die Leute wird es wohl schon nach draußen, in die Natur und den Sport ziehen im Winter.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!