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Bayernweiter Probealarm: Allgäu beteiligt sich kaum | BR24

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Man könnte meinen, dass herkömmliche Sirenen in Zeiten von Smartphones ausgedient haben. Die Erfahrungen zeigen aber, dass per App nicht alle Bürger bei einem Notfall erreicht werden können. Die Stadt Augsburg setzt daher wieder auf Sirenen.

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Bayernweiter Probealarm: Allgäu beteiligt sich kaum

Am Donnerstagvormittag wird es in weiten Teilen Bayerns laut: Eine Minute lang werden beim Probealarm alle verfügbaren Sirenen ausgelöst, um sie zu testen. Im Allgäu beteiligen sich nur wenige Kommunen. In Augsburg setzt man auf mobile Sirenen.

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In weiten Teilen Bayerns findet am heutigen Donnerstag ab elf Uhr ein Probealarm statt. Dazu wird laut Bayerischem Innenministerium das Sirenenwarnsystem getestet und ein Heulton von einer Minute ausgelöst.

Die Katastrophenschutz-Sirene ist anders als die Feuerwehr-Sirene, denn das Signal für die Feuerwehren besteht in der Regel aus drei Tönen von je zwölf Sekunden Dauer, mit je zwölf Sekunden Pause zwischen den Tönen.

Kaum Beteiligung am Probealarm im Allgäu

Im Allgäu beteiligen sich nur noch wenige Städte und Gemeinden an diesem bayernweiten Sirenenprobenalarm. Nach Angaben des Innenministeriums sind das im Landkreis Lindau nur die Stadt Lindenberg und die kreisfreien Städte Kempten, Kaufbeuren und Memmingen.

Warnung per App

In Kaufbeuren wird allerdings nur über die App NINA und mobile Sirenenanlagen gewarnt, in Memmingen nur über die mobilen Anlagen. Im Landkreis Ostallgäu läuft der Sirenenalarm auch nur noch digital, hier wird auch über die App NINA gewarnt.

Kommunen im Allgäu bauen Sirenen ab

In den Landkreisen Unterallgäu und Oberallgäu gibt es keinen Probealarm. Nach Angaben des Landratsamts in Sonthofen haben die Städte und Gemeinden im Landkreis ihre Sirenen abgebaut oder nutzen sie nur noch für lokale Alarme.

Bei der Warnapp hat sich der Landkreis Oberallgäu für ein System entschieden, das alle Warnapps auf Smartphones gleichzeitig aktiviert. Dieses ist aber noch nicht im Einsatz. Im Landkreis Unterallgäu ist die Situation ähnlich.

Beide Landratsämter betonen aber, dass im Katastrophenfall alle Einwohner rechtzeitig informiert werden. Entweder über mobile Sirenenanlagen, Warnungen im Rundfunk oder dann bald über die Warnapps.

Mobile Sirenen in Augsburg nach der Weihnachtsbombe

Augsburg beteiligt sich am bayernweiten Probealarm. Der Katastrophenschutz der Stadt Augsburg sieht mobile Sirenenanlagen als sinnvolle Ergänzung. Diese Sirenen hat die Stadt Augsburg nach der Fliegerbombe von 2016 angeschafft, die auch als die "Weihnachtsbombe” in die Stadtgeschichte eingegangen ist. Damals mussten 54.000 Augsburger vorübergehend ihre Häuser verlassen, es war die bis dato größte Evakuierung in der deutschen Nachkriegsgeschichte

Anwohner sollen gezielter gewarnt werden

Die Schwierigkeit damals: "Durchsagen wurden teilweise nicht gehört", erzählt Friedhelm Bechtel von der Berufsfeuerwehr Augsburg. Darum also die mobilen Sirenenanlagen: Mit diesen können die Menschen in den betroffenen Stadtteilen gezielter über verschiedene Warntöne oder per Durchsagen gewarnt werden.

Sirenen so groß wie ein Fußball

Die mobilen Sirenen sind in etwa so groß wie ein Fußball, können auf Autodächern mit einem Magnet angebracht werden und beziehen Strom über einen ganz normalen Zigarettenanzünder. Die Anschaffung von acht mobilen Sirenen hat sich die Stadt 40.000 Euro kosten lassen.

Die mobilen Sirenen in Augsburg werden beim bayernweiten Probealarm übrigens nicht getestet. Denn die Handhabung könne jederzeit unabhängig von diesem Termin erprobt werden, sagt die Augsburger Feuerwehr.