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Die Nachfrage nach den Sonderimpfungen mit Astrazeneca ist enorm. Die Termine sind begehrt und schnell vergeben.

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Bayernweiter Ansturm auf Impfaktionen mit Astrazeneca

Viele Menschen wollen zügig gegen Corona geimpft werden. Mit Sonderaktionen bieten zahlreiche Kommunen ihren Bürgern kurzfristige Impfungen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff an. Die Termine sind begehrt.

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  • BR24 Redaktion

Zahlreiche Kommunen ermöglichen ihren Bürgerinnen und Bürgern noch bis zum Sonntag, den 18. April, kurzfristige Impftermine mit dem Impfstoff des Herstellers Astrazeneca. Die Nachfrage ist enorm. Im Landratsamt Augsburg sei wegen der vielen Anrufe zeitweise die Telefonanlage ausgefallen, teilte ein Sprecher mit. Ab Montag, den 19. April, wird Astrazeneca nur noch in Arztpraxen verwendet. In den Impfzentren sind dann keine Erstimpfungen mehr mit diesem Impfstoff möglich.

Wo es Sonderimpfaktionen gibt

Sonderimpfaktionen gibt es beispielsweise in den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Augsburg, Bayreuth, Berchtesgadener Land, Forchheim, Freyung-Grafenau, Kelheim, Kronach, Main-Spessart, Mühldorf am Inn, Neumarkt in der Oberpfalz, Dingolfing-Landau und in den Städten Amberg, Ingolstadt und Passau.

In manchen Regionen sind für Sonderimpfaktionen zu wenig Impfdosen von Astrazeneca übrig oder die Termine werden weiter nach der Prioritätenliste vergeben, also unter den Leuten, die sich über impfzentren.bayern vorangemeldet haben. In den Landkreisen Cham, Landshut, Regensburg, Rottal-Inn, Schwandorf oder in der Stadt Regensburg etwa gibt es keine Sonderimpfaktionen. Ebenso im Landkreis Deggendorf - dort werden Über-60-Jährige allerdings in Sonderschichten mit Astrazeneca bis in die Nacht hinein geimpft.

Auf den Webseiten der Impfzentren können sich Interessierte über mögliche Sonderimpfaktionen informieren.

Run auf Astrazeneca-Impfungen in Augsburg

Im Landkreis Augsburg sollen am kommenden Wochenende 3.500 zusätzliche Dosen des Impfstoffes von Astrazeneca vergeben werden. Bei der Hotline des Landratsamtes seien am Tag des Registrierungsstartes am Dienstag exakt 225.493 Anrufe eingegangen, davon rund 155.000 in der ersten Stunde. Bis zum Abend seien dann 3.200 der 3.500 Termine vergeben gewesen, so Landrat Martin Sailer (CSU). Die Telefonanlage sei zwischenzeitlich außer Gefecht gesetzt gewesen. Mittlerweile sind alle Termine weg, so steht es auf der Webseite des Augsburger Impfzentrums.

Vertrauen in Astrazeneca wohl weiterhin hoch

Die Nachfrage habe gezeigt, "dass das Vertrauen in das Vakzin von Astrazeneca berechtigterweise weiterhin sehr hoch ist. Solche Aktionen stimmen mich zuversichtlich und dankbar", sagte Sailer. Der Frust der Bürger, die keinen Termin bekommen haben, sei verständlich. Es sei klar gewesen, dass die Nachfrage das Angebot übersteigen würde. "Entscheidend war für uns jedoch, dass wir auf pragmatischem und unbürokratischem Wege zu weiteren Impfungen kommen – denn einzig der kontinuierliche Impffortschritt wird uns in der Corona-Pandemie voranbringen."

Beispiel Berchtesgadener Land

Im Landkreis Berchtesgadener Land läuft die Impfaktion noch bis Ende dieser Woche. Die Resonanz sei positiv, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes. Allein am Samstag seien 1.200 der mehr als 3.000 Termine vergeben worden. Am Mittwoch waren noch etwa 900 Termine frei. Landrat Bernhard Kern (CSU) sprach von einer "einmaligen und unkomplizierten Möglichkeit, schnell einen Impftermin zu erhalten".

Über 67.000 Anrufe im Landkreis Main-Spessart

Große Kreise zog auch die kurzfristig angesetzte Impfaktion des Landkreises Main-Spessart in diesen Tagen. Über 60-Jährige konnten sich wegen einer Sonderzuteilung von Astrazeneca-Impfstoff für einen Termin registrieren lassen. Über 67.000 Anwählversuche wurden laut Landratsamt registriert. Mancher Interessent kam nicht durch, obwohl ein 20-köpfiges Team zum Telefonieren und Registrieren eingesetzt war. Innerhalb von nur zwei Stunden waren alle 1.100 zusätzlichen Impftermine vergeben.

Impfwillige sollen Anmeldung auf Aktualität prüfen

Eine Sprecherin der Stadt Regensburg rät Impfwilligen dazu, zu prüfen, ob die Angaben auf der Impfregistierungsplattform noch auf dem aktuellen Stand sind. Viele hätten sich zum Beispiel schon im Januar dort registriert, inzwischen wurden aber unter anderem weitere Berufsgruppen als priorisierter eingestuft und dort aufgenommen.

Nach Berichten über Nebenwirkungen waren die Altersempfehlungen für Astrazeneca geändert worden. Zuletzt hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) empfohlen, in Deutschland das Präparat nur noch Menschen ab 60 Jahren zu spritzen.

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Deutscher Corona-Hotspot ist nach wie vor die Stadt Hof mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 570. Jetzt hilft dort die Bundeswehr beim Impfen. Und anderswo in Bayern gibt es eine sehr hohe Nachfrage nach kurzfristigen Impfterminen mit Astrazeneca.