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In Bayern haben heute viele Schüler einen Verweis riskiert: Sie gingen am Vormittag während des Unterrichts zur Demo für den Klimaschutz.
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In Bayern haben heute viele Schüler einen Verweis riskiert: Sie gingen am Vormittag während des Unterrichts zur Demo für den Klimaschutz.

Um die 800 Schülerinnen und Schüler waren es bei der "Fridays for Future"-Demo in Regensburg. In Weiden wurden rund 250 Teilnehmer gezählt. 8.000 Schülerinnen und Schüler kamen in München zusammen. In mehr als 30 bayerischen Städten sind damit auch an diesem Freitag wieder zahlreiche Schüler auf die Straße gegangen, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren. An vielen Orten war es kalt und regnerisch, auch in München.

"Wir protestieren hier, weil die Politiker sprechen nur drüber, aber verändern nichts." - "Es muss jetzt halt was passieren und wir haben nicht mehr viel Zeit. Man muss eben jetzt was machen und wir brauchen eben später eine Zukunft und dafür sind wir hier." - "Wenn man das am Samstag oder Sonntag macht, dann hört das ja keiner. Ich denke, man sollte die Schule da schon mal ausfallen lassen." Schülerinnen und Schüler in München

Schulpflicht versus politisches Engagement

Trotz Kälte und Regen: Die "Fridays for Future"-Bewegung geht weiter und gewinnt an Fahrt. Eine zweischneidige Angelegenheit für Bayerns Kultusminister Michael Piazolo.

"Ich sehe uns da jetzt nicht in einer Zwickmühle, sondern unsere Position ist klar, dass man auch deutlich macht, dass gerade das Engagement um das Thema Klima wichtig ist und dass wir immer wollen, dass junge Menschen politische Themen auch immer ernst und wichtig nehmen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine Schulpflicht gibt, da stehen wir als Staat auch in der Verantwortung und darauf verweist man und mach deutlich und dann ist auch vor Ort zu klären, wie es im Einzelfall zu handhaben ist, da gibt es kein schwarz oder weiß, sondern da gilt es auf die einzelnen Vorkommnisse zu reagieren." Michael Piazolo, Kultusminister Bayern

Schulen reagieren unterschiedlich

Weiterhin gilt: Schüler verletzen ihre Schulpflicht, wenn sie unentschuldigt im Unterricht fehlen. Die Schulen im Freistaat handhaben die Folgen allerdings sehr unterschiedlich: Einige Schüler berichten von Verweisen, manche von Nachsitzen, viele von Gesprächen. Auch gibt es Schulen, die ihre Schüler für die Demos vom Unterricht befreien und dann die verpassten Stunden nachholen.

Ein angepasstes Vorgehen der Schulen auf die jeweils vorliegende pädagogische Situation hält Bayerns Kultusminister Michael Piazolo nach wie vor für richtig. Natürlich mache man sich Gedanken über die Zukunft. Es gebe eben aber auch eine "Bandbreite von Reaktionsmöglichkeiten" auf unterschiedliche Aktionen.

Eltern plädieren für Demos außerhalb der Unterrichtszeit

Auch die Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern lobt das politische Engagement von Schülerinnen und Schülern. Dies sei gut, richtig und wichtig. Die Politik solle auf Schüler hören und diese ernst nehmen, so die Vorstandsvorsitzende Susanne Arndt. Einmalige Demonstrationen während der Schulzeit reichen laut Landes-Eltern-Vereinigung als Zeichen oder Signal, danach sollte man die Demonstrationen außerhalb der Unterrichtszeit organisieren.