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Nord- und Ostbayern: Proteste gegen geplante "Strom-Autobahn" | BR24

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In ganz Deutschland und auch in Bayern gingen Stromtrassen-Gegner auf die Straßen und protestierten gegen ein neues Gesetz. Es erlaubt bei großen Bauprojekten in der Corona-Krise Informationen nur noch im Netz.

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Nord- und Ostbayern: Proteste gegen geplante "Strom-Autobahn"

In mehreren Teilen Bayerns haben Stromtrassengegner gegen das neue Planungssicherstellungsgesetz der Bundesregierung und den Bau der Trassen Südlink und Südostlink protestiert. Sie befürchten Naturzerstörung und einen "Angriff auf die Demokratie".

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Von
  • Wolfram Hanke
  • Gisela Staiger
  • Rudolf Heinz
  • BR24 Redaktion

In Franken und in Ostbayern sind Stromtrassengegner auf die Straße gegangen, um gegen das neue Planungssicherstellungsgesetz der Bundesregierung zu protestieren. Das neue Gesetz, das am 14. Mai verabscheidet wurde, soll verhindern, dass große Bauprojekte wie Südostlink wegen der Corona-Pandemie ins Stocken geraten. In den Augen der Stromtrassengegner ist das ein "Angriff auf die Demokratie".

Die Trassengegner fürchten, ihr Mitspracherecht zu verlieren. Denn das neue Gesetz sieht vor, Pläne und Unterlagen vor allem im Internet zu veröffentlichen. Telefon- oder Videokonferenzen sollen mündliche Erörterungstermine und Antragskonferenzen ersetzen, die bislang als Präsenztermine verpflichtend waren. Nach Ansicht der Trassengegner hebelt das Planungssicherstellungsgesetz die prüfende Funktion von Öffentlichkeit und Umweltverbänden aus. Sie fordern stattdessen, Bauprojekte so lange ruhen zu lassen, bis die Bevölkerung wieder an der Planung beteiligt werden kann.

750 Demonstranten in Franken

Bei etwa 15 Aktionen haben in Franken rund 750 Stromtrassengegner demonstriert. Allein in Ludersheim im Nürnberger Land schlossen sich etwa 40 Menschen den bundesweiten Protesten an. Hier in der Umgebung soll nach den aktuellen Plänen ein Teil der Juraleitung verlaufen, die ein zusätzliches 380 Kilovolt starkes Umspannwerk voraussetzen würde.

Friedliche Proteste im Landkreis Schweinfurt

In Bergrheinfeld bei Schweinfurt versammelten sich rund 40 Mitglieder der Bürgerinitiative "Bergrheinfeld sagt Nein" am Umspannwerk, um gemeinsam ihrem Unmut Luft zu machen. Im Anschluss gab es noch eine Schlepperdemo mit 50 Teilnehmern aus dem ganzen Landkreis. Nach einer Stunde war alles vorbei. Die Kundgebungen verliefen friedlich, die zulässige Teilnehmerzahl wurde nicht überschritten. Die Sorge der Teilnehmer gilt hier dem Bau der umstrittenen Stromtrasse Südlink, die im Rahmen der Energiewende von Wilster bei Hamburg bis nach Baden-Württemberg führen soll.

Altenthanner Bürgermeister: "Kein Verständnis für die Stromautobahn"

Auch in Ostbayern gab es Proteste, etwa in Altenthann im Landkreis Regensburg. Gut zwanzig Traktoren standen an einer Straße aneinandergereiht. Die Protestierenden sind gegen die geplante Stromtrasse Südostlink und befürchten, dass durch den Bau der "Stromautobahn" die Natur stark beeinträchtigt wird. Die Bürger hier haben kein Verständnis für das Projekt, erklärt Johann Obermeier, Sprecher der Bürgerinitiative Altenthann und Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Altenthann.

"Da wird so viel kaputtgemacht! Wir haben hier eine tolle Landschaft und wenn die Stromtrasse gebaut wird, wächst hier kein Gras mehr und der Schnee bleibt im Winter auch nicht mehr liegen – das ist wie eine Autobahn im Naturschutzgebiet." Johann Obermeier, Sprecher der Bürgerinitiative Altenthann.

Er und seine Mitstreiter fordern vor allem eine dezentrale Energiegewinnung. Ihrer Meinung nach liegt darin die Zukunft.

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In mehreren Teilen Bayerns haben Stromtrassengegner gegen das neue Planungssicherstellungsgesetz der Bundesregierung und den Bau der Trassen Südlink und Südostlink protestiert. Sie befürchten die Zerstörung der Natur.

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Gegner der geplanten Stromtrasse Südostlink haben am Sonntagnachmittag Bundesweit zu einem Protesttag-Tag aufgerufen. Auch in Ostbayern gab es einige Orte die sich daran beteiligt haben, so wie in Altenthann im Landkreis Regensburg.

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