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Stimmen zum BR-BayernTrend: CSU "Stabilitätsanker in der Krise" | BR24

© dpa-Bildfunk/Tobias Hase

Ministerpräsident Söder (CSU) spricht bei der Besichtigung des neu eingerichteten Impfzentrums in der Messe München.

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Stimmen zum BR-BayernTrend: CSU "Stabilitätsanker in der Krise"

Obwohl die Kritik an der Corona-Politik zunimmt, gewinnt die CSU im BR-BayernTrend an Zustimmung. Sowohl die Freien Wähler als Koalitionspartner, als auch die Opposition sehen sich als Korrektiv. Die Reaktionen auf den BR-BayernTrend.

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Von
  • Martin Jarde

Ungeachtet eines sinkenden Zuspruchs für ihr Corona-Krisenmanagement legt die CSU in Bayern in der Wählergunst weiter zu. Die kleineren Parteien können von der Corona-Krise nicht profitieren. Die Freien Wähler klettern im Vergleich zum Oktober um einen Prozentpunkt nach oben, Grüne, AfD und SPD verlieren leicht an Zustimmung.

Söder sieht "gewaltige Zustimmung" für Corona-Politik

Bei einer Landtagswahl zum jetzigen Zeitpunkt würden 48 Prozent für die Christsozialen stimmen. Das geht aus dem aktuellen BayernTrend hervor, eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des BR-Politikmagazins Kontrovers. Das sind drei Prozentpunkte mehr als beim vorherigen BayernTrend und würde als Wahlergebnis für eine CSU-Alleinregierung reichen.

Generalsekretär Markus Blume begründete dies damit, dass die CSU "der Stabilitätsanker in der Krise" sei. Die Umfrage spiegele "das große Vertrauen in die CSU und den Kurs von Vorsicht und Umsicht" des Ministerpräsidenten wider.

Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder sieht trotz sinkender Werte bei der Corona-Politik "immer noch eine gewaltige Zustimmung angesichts der Herausforderung", die zehn Monate Pandemie und der Lockdown mit sich brächten. Die Umfragewerte spiegelten "insgesamt ein sehr verlässliches Ergebnis". Der Erfolg der Corona-Maßnahmen könnte am Ende allerdings nicht durch eine Meinungsumfrage ermittelt werden: "Wir können nicht den bequemsten oder gefälligsten Weg gehen, sondern den, der am nachhaltigsten und sinnvolles ist", so Söder.

Söder: Menschen haben andere Sorgen als Kanzlerkandidatur

Auch die persönlichen Umfragewerte von Ministerpräsident Söder sind laut BayernTrend besser als vor der Pandemie. Vor einem Jahr waren 67 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden, im Juli 2020 waren es 87 Prozent. Zu Jahresbeginn 2021 stellen ihm 72 Prozent der Befragten ein positives Zeugnis aus. Als möglicher Kanzlerkandidat der Union büßte Söder allerdings ein. Mit 63 Prozent Zustimmung führt der Franke das Feld möglicher Unions-Kanzlerkandidaten zwar deutlich an. Im Vergleich zu vor einem halben Jahr verlor Söder allerdings 14 Prozentpunkte.

Das Vertrauen freue ihn, sagte Söder im Interview mit dem BR Politikmagazin Kontrovers, es gehe im Moment aber nicht um Kandidaturen. "Die Menschen haben echt andere Sorgen: wie es in der Schule weitergeht, in den Krankenhäusern, in den Alten- und Pflegeheimen", so der Ministerpräsident. Deswegen sei diese Debatte eine Debatte, "die eigentlich nicht stattfinden sollte". Am Ende würden die beiden Parteivorsitzenden von CDU und CSU ein Vorschlag machen, der die bestmöglichen Chancen für die Bundestagswahl biete, sagte Söder.

© BR / Kontrovers 2021

Im Kontrovers-Interview verteidigt der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seine Coronapolitik und seine Anregung zu einer Impfpflicht für bestimmte Gruppen. Selbstkritisch zeigt er sich in Sachen Bildung und Digitalisierung.

Freie Wähler: "Korrektiv in der Bayerischen Staatsregierung"

Der Koalitionspartner der Union, die Freien Wähler, gewinnen im BayernTrend ein Prozent und landen bei 8 Prozent. "Die Menschen merken, dass wir #FREIENWÄHLER das Korrektiv in der Bayerischen Staatsregierung sind – gerade jetzt, wenn es darum geht, eine #Corona-#Impfpflicht zu verhindern!", schrieb die Generalsekretärin der Freien Wähler in Bayern, Susann Enders, auf Twitter.

Grüne: "Verständliche und weitsichtige Politik" für Menschen in Bayern

Die Grünen müssten laut der Umfrage zwei Prozent auf 19 Prozent abgeben. Für Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann dennoch ein Zeichen von Stabilität. "Mir ist viel wichtiger, dass die Infektionszahlen deutlich nach unten kriegen. Und da machen wir jetzt eine gute, verlässliche Politik. Und wenn das dann ein, zwei Prozentpunkte bei den Umfragen bedeutet, dass es nicht weiter tragisch", so Hartmann im BR-Interview.

"Seit zehn Monaten beweisen die Menschen in Bayern einen extrem langen Atem in der Pandemie", schrieb die Partei als Reaktion auf den BayernTrend auf Twitter. "Sie haben eine verständliche und weitsichtige Politik verdient. Dafür setzen wir uns weiter ein – mit dem starken Rückhalt aus der Bevölkerung."

SPD und AfD verlieren

SPD und AfD verlieren im aktuellen BayernTrend je einen Prozentpunkt und landen bei 7 Prozent - für die SPD ein historisch niedriges Ergebnis. "Wir müssen lauter, klarer und deutlicher unsere Botschaften formulieren das, was uns als SPD einzigartig und unverwechselbar und genauso unverzichtbar macht. Das ist ein Auftrag, den wir aus Bayern SPD in den nächsten Jahren ganz bestimmt zu erfüllen haben", sagte der Generalsekretär der BayernSPD Uli Grötsch.

Die scheidende Landesvorsitzende der BayernSPD, Natascha Kohnen, begründete die Umfragewerte damit, dass sich die Menschen in einer Krise "ganz klar an der Führung, die momentan im Land ist" orientieren - "das nennt man Ministerpräsidenten-Bonus".

Die AfD sieht die Umfragewerte als Momentaufnahme. "Ich gehe davon aus, dass wir als Alternative für Deutschland für unsere Politik eine höhere Zustimmung haben, als jetzt sich im Umfrageergebnis widerspiegelt", sagte ihr parlamentarischer Geschäftsführer Christoph Maier.

© BR / Kontrovers 2021

Die Opposition tut sich derzeit in Bayern schwer. Im Kontrovers-Interview kritisiert Martin Hagen (FDP) das Corona-Management der Staatsregierung. Die scheidende Vorsitzende der Bayern-SPD Natascha Kohnen wünscht sich einen Neustart für ihre Partei.

FDP und Linke kämen nicht in den Landtag

Die Linke und die FDP wären mit drei Prozent nicht im Landtag vertreten. Lukas Köhler, Generalsekretär der FDP in Bayern, führt das darauf zurück, dass es für die Opposition in Krisenzeiten generell nicht einfach sei.

Martin Hagen, Fraktionsvorsitzender der FDP im Bayerischen Landtag, sagte im Interview mit dem BR Politikmagazin Kontrovers, dass es am Umfrageergebnis nichts schön zu reden gäbe. "Aber wir haben im Moment 1.000 Tote am Tag, wir haben durch den Lockdown Existenzen, die gefährdet sind. Wir haben riesengroße gesellschaftliche Probleme - Familien wissen nicht, wie weiter, weil sie ihre Kinder nicht betreuen können. Das sind die Probleme, die mich momentan umtreiben."

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