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Spitzenkandidaten auf Wahlplakaten

Nur für 6 Prozent der Grünen-Wähler und um die 10 Prozent der SPD-, Freie Wähler- (FW) und FDP-Wähler ist der Spitzenkandidat der Parteien sehr wichtig. Etwas höher liegt der Wert bei den Wählern von Die Linke und AfD. Am ehesten betonen CSU-Anhänger die Rolle des Spitzenkandidaten (22 Prozent).

Am wichtigsten sind den meisten Wählern die Programme der Parteien (zwischen 29 und 45 Prozent).

Die Befragten konnten folgende Gründe bewerten: "Programm der Partei", "Spitzenkandidat/-in", "Die Politik in Berlin" und "Enttäuschung gegenüber anderen Parteien".

Bundespolitik entscheidender als Spitzenkandidaten

Für die Wähler aller Parteien - außer der CSU - ist die Politik in Berlin entscheidender als der eigene Spitzenkandidat: vor allem bei Anhängern der AfD (50 Prozent), der Grünen (28 Prozent) und der Linken (26 Prozent).

Der Wahlkampf in Bayern liefert mögliche Erklärungen. Das Interesse an der Landtagswahl ist enorm. Immer wieder berichten bundesweite oder auch Medien aus dem Ausland über Wahlkampfveranstaltungen.

Mögliche Gründe für die Werte

Auch bayerische Politiker betonen die Strahlkraft der Landtagswahl. Die Spitzenkandidatin der Grünen Katharina Schulze spricht von einer Richtungsentscheidung zwischen Weltoffenheit und "nationaler Stimmung" mit Bedeutung für ganz Deutschland.

AfD-Politiker kritisieren auf Veranstaltungen sehr häufig Bundeskanzlerin Merkel, über die bei der Landtagswahl gar nicht abgestimmt wird. Die niederbayerische AfD-Kandidatin Katrin Ebner-Steiner bezeichnete die Landtagswahl beim Politischen Gillamoos als Sargnagel für die Bundeskanzlerin.

Gleichzeitig sind viele bayerische Spitzenkandidaten vielen unbekannt - selbst in den eigenen Reihen. Kein Herausforderer von CSU-Ministerpräsident Markus Söder ist annähernd so anerkannt wie der SPD-Kandidat bei der letzten Landtagswahl, Münchens ehemaliger Bürgermeister Christian Ude.

Enttäuschte Wechselwähler

Auch die "Enttäuschung gegenüber anderen Parteien" ist wichtiger als die Köpfe, bei Anhängern der Linken (43 Prozent) und der AfD (71 Prozent) sogar wichtiger als alle anderen Auswahlmöglichkeiten.

Auch 25 Prozent der FW-Anhänger tendieren aus Enttäuschung über andere zu der Partei. Das Programm der FW geben nur wenige mehr als sehr wichtig für die Wahlentscheidung an (29 Prozent).

Hohes Interesse der Wähler an der Landtagswahl

Drei Viertel der Bayern sind sehr stark (30 Prozent) oder stark (44 Prozent) an der Landtagswahl interessiert, das sind fast 10 Prozent mehr als 2013. Ein Viertel interessieren sich weniger stark (22 Prozent) oder gar nicht (4 Prozent).

Das größte Interesse an der Wahl zeigen Grünen-Anhänger (90 Prozent), das geringste CSU-Anhänger (69 Prozent).