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BayernTrend: CSU-Höhenflug gebremst | BR24

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BayernTrend Oktober 2020: Sonntagsfrage

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BayernTrend: CSU-Höhenflug gebremst

Wäre am Sonntag Landtagswahl, käme die CSU auf 45 Prozent der Stimmen. Das geht aus dem neuen BR-BayernTrend hervor. Die Christsozialen büßen gegenüber Juli 4 Prozentpunkte ein. Die anderen Parteien stagnieren oder legen leicht zu.

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Von
  • Jürgen P. Lang
  • Petr Jerabek

Mit den 45 Prozent hätte die CSU die absolute Mehrheit der Landtagssitze in Aussicht, wenn auch knapp. Mit dem Ergebnis könnte die Partei von Ministerpräsident Markus Söder damit ohne Koalitionspartner regieren. Derzeit sind das die Freien Wähler, die auf 7 Prozent kommen, 2 Punkten mehr als im Juli, wie der BR-BayernTrend ergab.

Die Grünen verzeichnen ein leichtes Plus von einem Punkt: 21 Prozent stehen bei ihnen zu Buche. Auch AfD und SPD legen jeweils um einen Prozentpunkt zu und landen beide bei 8 Prozent. Abgeschlagen sind FDP und Linke, die jeweils bei 3 Prozent stagnieren.

CSU und Freie Wähler zeigen sich zufrieden

CSU-Generalsekretär Markus Blume zeigte sich zufrieden mit dem Umfragewert seiner Partei. Der aktuelle BR-BayernTrend zeige "unverändert ein hohes Maß an Grundvertrauen in die CSU", betonte Blume. Angesprochen auf das Minus von vier Prozentpunkten zeigte er sich gelassen: Umfragen seien immer nur Momentaufnahmen. Bei einer Zustimmung von 45 Prozent gehe man aber nicht auf Fehlersuche, sondern nehme ein solches Ergebnis dankbar an.

Freie-Wähler-Chef und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger wertete den Zuwachs für seine Partei als sehr gutes Signal. "Es zeigt, dass wir Bayern Stabilität bringen und dass wir mit unseren pragmatischen Ansätzen vor allem auch in der Staatsregierung nicht mehr wegzudenken sind." Aiwanger hat für seine Partei auch im Bund große Pläne: "Wir streben eine bürgerliche Koalition in Berlin an – mit den Freien Wählern." Als Vorbild diene Bayern.

Grüne: Menschen wollen zukunftsweisende Politik

Grünen-Landeschefin Eva Lettenbauer sieht im Umfragewert für ihre Partei einen Beleg für die "sehr hohe Wertschätzung unserer Politik bei den Bürgerinnen und Bürgern". Es zeige auch, dass die Menschen eine zukunftsweisende Politik wollten, die über diese Krise hinaus denke. Die Grünen hätten mit ihrer konstruktiven Rolle in der Corona-Pandemie den richtigen Weg beschritten. Aber auch die Klimakrise dürfe nicht vergessen werden.

SPD: Die Gangart wird noch schärfer

Die SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen sagte mit Blick auf das Minus der CSU: "Man merkt, dass die Fassade der Krisenpolitik der Staatsregierung zu bröckeln beginnt." Die SPD wisse aber auch, dass sie jetzt noch härter rangehen müssen, dass die Probleme gelöst werden. "Das heißt, die Gangart wird jetzt deutlich schärfer werden."

AfD: Es geht aufwärts

Als "richtigen Schritt nach vorn" sieht AfD-Landeschefin Corinna Miazga das Plus für ihre Partei von einem Prozentpunkt. "Es könnte durchaus mehr sein, da müssen wir eben auch gucken, dass wir intern unsere Probleme, die immer wieder auch in der Presse auftauchen, in den Griff bekommen. Aber allgemein geht's aufwärts."

FDP: CSU fehlt klare Linie

Der FDP-Landesvorsitzende Daniel Föst betonte, er könne als Landesvorsitzender mit drei Prozent natürlich nicht zufrieden sein. Es sei für Oppositionsparteien nach wie vor schwer, die nötige Aufmerksamkeit zu bekommen. Es zeige sich aber, dass CSU unter Markus Söder an Zustimmung verliere. Viele Bürger merkten, dass bei diesem "Maßnahmen-Rausgefeuere" eine klare Linie fehle.

© BR

Die CSU verliert vier Prozent beim aktuellen Bayern-Trend: Rundschau-Chef und Bayerntrend-Experte Andreas Bachmann ordnet die neuen Umfragewerte ein.

Was misst die Sonntagsfrage?

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht das tatsächliche Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den späteren Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristig vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

Dem BR-BayernTrend liegt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap bei 1.001 Wahlberechtigten in Bayern zugrunde. Befragungszeitraum: 30. September bis 5. Oktober.

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